Das Amtsgericht Oschersleben hat den 20-jährigen Wanzleber Sandro M. nach mehrfachen Betrugshandlungen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Der Anwalt des Angeklagten legte Berufung ein, so dass das Verfahren nun in der nächst höheren Instanz verhandelt wird.

Wanzleben. In dem spektakulären Betrugsfall eines 20-jährigen, der als "Münchhausen von Wanzleben" bekannt wurde, hat das Amtsgericht Oschersleben eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung erlassen. Der Angeklagte hat daraufhin Rechtsmittel eingelegt, so dass der Fall nun vor dem Landgericht verhandelt werden muss. Dem Angeklagten wird vorgeworfen falsche Identitäten für Internetbestellungen benutzt und insgesamt drei Scheinfirmen gegründet zu haben.

Nach der Verhandlung am 20. April vor dem Amtsgericht Oschersleben gab der zuständige Richter das Urteil im Namen des Volkes der Volksstimme gegenüber bekannt: Der Heranwachsende wird zu einem Jahr und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Eine Bewährung wird nicht eingeräumt.

Das Urteil ist allerdings nicht rechtskräftig, da der Verteidiger des Angeklagten Rechtsmittel eingelegt hat. Wann die Berufungsverhandlung am Magdeburger Landgericht anlaufen wird, steht noch nicht fest. Vor dem Amtsgericht Oschersleben war über 56 Betrugsfälle verhandelt worden. Dazu zählen beispielsweise auch sieben Urkundenfälschungen.

Der junge Mann befindet sich aktuell auf freiem Fuß. Im Februar hatte Sandro M. in Untersuchungshaft gesessen, weil bei dem Angeklagten Verdunklungsgefahr bestanden habe. Der Haftrichter war damit der Argumentation der Staatsanwaltschaft gefolgt, dass der Mann weitere Beweise für Betrugshandlungen verschwinden oder manipulieren könnte. Der 20-Jährige hatte sich unter anderem als großzügiger Sponsor gegenüber einer Kinderhandballmannschaft ausgegeben und den jungen Sportlern die ergaunerten T-Shirts geschenkt. Als der Schwindel aufflog, mussten die Kinder die Trikots an die Polizei zurückgeben.

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