Nach der Ankündigung in zehn Ortsteilen der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben - Börde das schnelle Internet DSL bereitzustellen, fragten sich nun die Hemsdorfer, warum nicht sie in der Liste genannt wurden. Der Grund: Für sie gibt es eine Sonderlösung.

Hemsdorf. Nach dem Artikel, dass die Telekom das Breitbandnetz für knapp 1400 Haushalte in zehn Ortsteilen der Stadt Wanzleben - Börde ausbauen will, und dem in der Ausgabe vom 28. April in dem die Blumenberger besorgt nachgefragt hatten, ob auch Blumenberg mit DSL versorgt wird (da der Ortsteil von der Telekom nicht aufgezählt wurde) gab es nun auch aus Hemsdorf Nachfragen zur Breitbandförderung für den Ortsteil.

So sagte Ortsbürgermeister Jürgen Wichert der Volksstimme: "Man hat bei der Planung für den Breitbandausbau in der Stadt Wanzleben - Börde Fehler gemacht und Hemsdorf offenbar vergessen. Ich denke, dass das daher rührt, weil bislang unsere Telefonanschlüsse über Eichenbarleben laufen. Darüber beziehen wir auch unsere schmale Internetleitung. Bis mir beispielsweise die Volksstimme-Startseite per Mausklick auf meinem Computerbildschirm dargestellt werden kann, muss ich zirka 15 Minuten warten." Dieser Zustand sei inakzeptabel.

"Wir Hemsdorfer haben großes Interesse daran, dass sich die Internetgeschwindigkeit verbessert und schneller wird", sagte Wichert gestern.

Auch der Hemsdorfer Udo Meier hatte die Frage nach der Breitbandförderung für den Ortsteil bereits auf der vorletzten Stadtratssitzung im Rahmen der Einwohnerfragestunde gestellt.

Bauamtsleiter Olaf Küpper sagte gestern, dass in der Planung Hemsdorf nicht vergessen worden sei. "Hemsdorf liegt in einem anderen Anschlussbereich und wird von der Telekom nicht über die Stadt Wanzleben - Börde versorgt. Hier ist eine andere Lösung vorgesehen. Und zwar die, dass Hemsdorf das ,schnelle Internet\' über LTE vom Funkmast Wellen bekommen soll."

Der Startschuss für den LTE Standort Wellen für Hemsdorf soll laut Planungsunterlagen der Telekom am 30. September fallen. LTE, abgekürzt für Long Term Evolution, ist der neue Standard für schnelle mobile Breitbandtechnik, die bei der Datenübertragung Geschwindigkeiten bis zu 50 Mbit/s möglich macht.

Wie hoch die Geschwindigkeit im Einzelfall tatsächlich ist, hänge vom jeweiligen Standort ab.

Für die Stadt Wanzleben - Börde hat sich das Land Sachsen-Anhalt, da der Aufbau der Breitbandkabel-Infrastruktur teuer ist, mit einer Defizitförderung von rund 800 000 Euro beteiligt. Immerhin: Ein Kilometer Kabelarbeiten mit Tiefbau kosten bis zu 50 000 Euro.

Um die Bürger der Einheitsgemeinde mit dem schnellen DSL zu versorgen, werden bis nächstes Jahr 13 neue Knotenpunkte von der Telekom entweder neu aufgebaut oder modernisiert.

Fast 50 Kilometer neue Kabel sollen verlegt werden, teilte das Unternehmen mit. Ab März 2012 sollen die 1400 Haushalte dann über einen schnelleren Internetanschluss verfügen.