Nach der Abschaffung der Wehrpflicht wird der letzte Zivildienstleistende am 30. September den DRK-Kreisverband Wanzleben verlassen. Der Wegfall der Helfer hinterlässt aber ein großes Loch vor allem im Bereich der Betreuung und des Fahrdienstes. Diese Lücke soll nun durch Freiwillige im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes geschlossen werden. Zwei Bewerber für das am 1. Juli beginnende Programm gibt es schon. Es sollten dafür zeitnah aber mindestens 10 Helfer sein, so das DRK.

Wanzleben. Nach dem Wegfall der Wehrpflicht in Deutschland gibt es auch keine Zivildienstleistenden mehr. Doch gerade die Hilfsorganisationen wie das DRK waren auf die helfenden Hände angewiesen. So wie die des 20-jährigen Marc Gutzmann aus Eilsleben. Er wird noch bis zum 30. September beim Kranken- und Behindertenfahrdienst des DRK tätig sein. Mit seinem Abschied ist mit der Tradition der Zivildienstleistenden Schluss im Bereich des Kreisverbandes Wanzleben.

Von 1992 bis 2011 unterstützten so rund 200 junge Männer mit ihrem Wehrersatzdienst das DRK, pro Jahr waren immer rund zehn Zivildienstleistende beim DRK beschäftigt. Doch seit März dieses Jahres gehört der Zivildienst der Vergangenheit an. Marc Gutzmann, der als letzter Zivi den Kreisverband verlassen wird, ist seit dem 1. Oktober im Fahrdienst und hatte sogar von ursprünglichen 6 auf 12 Monate verlängert. Die einzige Hilfe, die der Organisation zurzeit noch zur Verfügung steht, ist das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Nach der Schulpflicht können seither Mädchen und Jungen bis zu einem Alter von 27 Jahren für sechs bis 18 Monate sich mit einem FSJ beim DRK engagieren. "Die Bewerber dafür, um das Niveau der Anzahl jener Freiwilligen, die sich seit 1992 engagieren, zu halten, reichen aber hinten und vorne nicht", erklärt Stephan Dill, Beauftragter für die Freiwilligendienste und Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Wanzleben. Seine Hoffnungen liegen jetzt im Bundesfreiwilligendienst (BFD), der am 1. Juli startet. Er ist aufgebaut wie das Freiwillige Soziale Jahr, nur dass es keine Altersbeschränkung gibt.

"Wir benötigen eine konstante Hilfe, um zum Beispiel Angebote wie unsre Jugend- und Seniorenarbeit sowie den Fahrdienst abdecken zu können. Der neue Dienst ermögliche allen Menschen, sich sozial zu engagieren. Außerdem erhält jeder freiwillige Helfer auch ein Arbeitszeugnis und einen Nachweis zum Beispiel für ein Studium, erklärt Stephan Dill. Der Dienst könne nach seinen Angaben zum Beispiel auch als Praktikum für eine berufliche Umorientierung genutzt werden. Der Bundesfreiwilligen Dienst sei eine Weiterentwicklung von sozialem Engagement und eine neue wichtige Stütze für den Sozialstaat, meint Dill.

Die Teilnehmer vom BFD erhalten eine Aufwandsentschädigung beziehungsweise Taschengeld in Höhe von 300 Euro im Monat. Die gesetzlichen Beiträge werden für den BFDler natürlich weiter bezahlt, so Dill. Gesucht werden Freiwillige für eine 40-Stunden-Woche für 12 Monate. "Denn vor allem im sozialen Bereich brauchen die von uns zu betreuenden Menschen Kontinuität", erklärt der Ortsvereinsvorsitzende. Fünf Mädchen und Jungen stehen über das FSJ bereits zur Verfügung. Zwei Bewerber im Alter von 32 und 40 Jahren aus Wanzleben gebe es bereits für das BFD-Jahr.

Interessenten für beide Programme werden gebeten, sich zeitnah beim DRK-Ortsverein schriftlich zu bewerben. Weitere generelle Informationen zum Thema gibt es auch unter :

www.freiwilligendienste.drk.de