Oschersleben. Zur Feier des Tages gab es frühmorgens Gemüsestreifen und Obst, vorher war Frühsport angesagt. Und das, obwohl es nasskalt war und von oben nieselte. Einen lustigen Geburtstag in einer Kindertagesstätte stellen sich die meisten sicher etwas anders vor. Doch in der Kita "Am großen Bruch" in Oschersleben haben die sechs Erzieherinnen und 60 Kinder am 17. Mai den 190. Jahrestag des weltbekannten Hydrotherapeuten Sebastian Kneipp gefeiert.

Die Einrichtung, die in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist, gehört seit drei Jahren zu den mittlerweile mehr als 250 zertifizierten Kneipp-Kindertagesstätten in Deutschland. "Dazu gehört ein regelmäßiger Tagesablauf, viel Bewegung an der frischen Luft, gesunde Ernährung, die Verwendung von Kräutern und das Erleben des Elementes Wasser", so Leiterin Bärbel Hübner. Sehr wichtig seien Rituale, denn so entstehe eine innere Ordnung, die Kinder könnten sich besser konzentrieren.

Am Geburtstag des "Herrn Kneipp", wie die Leiterin den Mädchen und Jungen gegenüber sagt, gab es allerdings ein paar Besonderheiten. "Wir haben auf dem Gelände verschiedene Stationen mit Massage, Gummistiefelweitwurf, einer Malstrecke und einem Bewegungsparcours aufgebaut."

Im vergangenen Jahr hatten die Erzieher ebenfalls dem Wasserdoktor gedacht, jedoch ohne einen ganzen Aktionstag auszugestalten. Zum 190. Geburtstag ist das anders. "Die Kinder sollen wissen, wer Kneipp ist, dass er ein gesunder Mann war und dass unsere Kita einen besonderen Bezug zu ihm hat", sagt Bärbel Hübner. Süßigkeiten sind allerdings selbst am Ehrentag in der Kita tabu. Doch keines der Kinder stört sich wirklich daran. "Sie gewöhnen sich an den Geschmack von frischem Obst und Gemüse und greifen dann auch später lieber zum Apfel als zum Schokoriegel", ist sie überzeugt. Besonderen Dank richtet die Kindergarten-Chefin vor allem an die Eltern, die regelmäßig Obst und Gemüse für die Einrichtung spenden. "Davon haben alle Kinder etwas. Jeder wünscht sich doch gesunden Nachwuchs."

Selbst unter den Erzieherinnen gebe es durch die gesundheitliche Ausrichtung weniger Erkältungen. "Es ist zwar nicht messbar, aber wir glauben, dass auch die Kinder seltener krank sind ", vermutet Bärbel Hübner. Das Kneippen selbst mit Armbädern und Wassertreten sei freiwillig. "Kinder lieben Wasser und meist kann man sie gar nicht zurückhalten, wenn sie ein paar Mal zugeschaut haben."

Zum Geburtstag sendeten die Mädchen und Jungen als Höhepunkt ihrem "Herrn Kneipp" einen bunten Geburtstagsgruß zu. Zahlreiche mit Helium gefülle Luftballons ließen sie gemeinsam losziehen und schauten ihnen noch lange nach, bevor sie sich auf das nächste Bad vorbereiteten.

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