Haldensleben (mg). Eine Ausstellung über die Grabungsarbeiten auf dem Gelände des Hermes-Logistikzen- trums in Haldensleben ist am Donnerstag im Foyer des Firmen-Hauptgebäudes eröffnet worden.

Die Schau ist für die rund 3000 Mitarbeiter und für die Besucher des Betriebsgeländes für sechs Monate zu besichtigen. Hermes empfängt im Jahr 3000 bis 4000 Gäste - Gruppen aus Vereinen, Bildungseinrichtungen, Institutionen oder von anderen Firmen aus dem Speditions- und Logistikgewerbe.

Fotografien von Klaus Bentele, die über den gesamten Zeitraum der Ausgrabungen aufgenommen wurden, dokumen- tieren die Arbeit der Archäologen neben dem laufenden Betrieb des Logistikzentrums. Fundstücke einer einstigen Siedlung, wie zum Beispiel Keramik-Krüge, werden in einer Vitrine ausgestellt. Auf Präsentationsfahnen ist der geschichtliche Hintergrund zu den Funden nachzulesen. Besonders interessant: Die Bedeutung der teilweise freigelegten Holzbohlen auf dem Betriebsgelände, die von einer Burganlage aus dem 11. Jahrhundert stammen. Die Experten gehen davon aus, dass die Burg sehr schnell gebaut werden musste und glauben, dass es sich um einen Rückzugsraum für Herzogin Gertrud von Haldensleben handelte, die zuvor aus Gefangenschaft geflohen war. "Das ist erst einmal eine Hypothese", sagte Dr. Susanne Friederich, stellvertretende Abteilungsleiterin für Bodendenkmalpflege zur Eröffnung, die sie gemeinsam mit Versandzentrums-Leiter Thomas Herrlich vornahm. "Wir sind am Anfang unserer Untersuchungen. Vielleicht können wir die Hypothese bestätigen", blickte Susanne Friederich nach vorn.

Während die Forscher die Funde weiter auswerten, können sich die Mitarbeiter des Unternehmens einen Überblick über die bisherigen Grabungen verschaffen. Thomas Herrlich: "Uns geht es auch darum, Kultur und Arbeit zusammenzubringen." Es sei wichtig, dass Mitarbeiter auch darüber miteinander ins Gespräch kämen. Seit zwei Jahren gibt es die halbjährlich wechselnden Ausstellungen.

Seit Oktober 2009 ist das Gelände der Hermes Fulfilment in Haldensleben ein Ort reger archäologischer Tätigkeit - unter anderem unterstützt durch das Landesverwaltungsamt, die Agentur für Arbeit Magdeburg, die ARGE Landkreis Börde sowie von der Stadt Haldensleben.

   

Bilder