Es ist amtlich, nun hat es auch die Gemeinde Völpke schwarz auf weiß: Das "Haus des Kindes" wird gebaut und ausgebaut. Nach langem Warten nahm die Gemeinde am Donnerstag den Zuwendungsbescheid des Landes für die neue Kindertagesstätte in Empfang.

Völpke. "Wir glauben das erst, wenn der erste Bautrupp auch wirklich anrückt", vernimmt man noch leichte Zweifel im Ort. Die aber sind unbegründet, wie Werner Theisen bei der symbolischen Übergabe des Zuwendungsbescheids gestern versicherte. "Dieses Schreiben ist eine Rechtsverpflichtung, welche das Land eingeht", betonte der Referatsleiter im Sozialministerium, als er das Schriftstück dem sichtlich erfreuten Bürgermeister Wolfgang Smolin aushändigte.

Gut vier Wochen vor der Landtagswahl wurde die Übergabe prestigeträchtig in Szene gesetzt. Der offizielle Bescheid war bei der Verbandsgemeinde Obere Aller schon zu Beginn voriger Woche eingegangen; auf einen persönlichen, feierlicheren Rahmen aber wollten die Landesbeteiligten nicht verzichten. Die Fördermittel-Empfänger in Völpke freilich richteten den kleinen Empfang im Gemeindebüro liebend gern aus und ließen die Gäste auch mit einem Gläschen Sekt auf die frohe Kunde anstoßen. Immerhin hatte man lange auf diesen Moment gewartet.

Die grundsätzlichen Projektpläne für das "Haus des Kindes" datieren bereits aus dem Jahr 1999, der konkrete Antrag auf die nun gewährten Mittel von Land, Bund und EU in Höhe von rund einer Million Euro vom Mai 2009. Eine Hängepartie mit positivem Ende – so sah es auch Kitaleiterin Carola Freise: "Wir haben fast schon nicht mehr gedacht, dass unsere Arbeit für das Konzept noch mal solche Früchte tragen würde, aber das soll uns den Schwung nicht nehmen."

Aufwind ist angesagt, was sich gleichwohl den Worten von Wolfgang Smolin entnehmen lässt: "Wir haben nicht locker gelassen, und wir werden so auch um unsere Schule kämpfen, jetzt womöglich noch mehr." Speziellen Dank richtete der Bürgermeister an die Landtagsabgeordnete Gabriele Brakebusch, die sich bei den Landesstellen für das ambitionierte Völpker Bauprojekt eingesetzt habe. Die CDU-Frau gab sich geschmeichelt, meinte jedoch: "Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken, habe letztlich nur nochmal einen kleinen Anstoß gegeben. Denn das Projekt gefällt mir sehr, insbesondere die direkte Anbindung zwischen Kita, Hort und Grundschule."

Exakt 671 600 Euro und damit 40 Prozent steuert die Gemeinde Völpke aus eigener Kasse zur 1,7-Millionen-Investition bei – ohne Kredite, komplett von der "hohen Kante". "Es ist eine Investition in die Zukunft und der Gemeinde hoch anzurechnen, dass sie diese allein stemmt", meinte Verbandsgemeindebürgermeister Frank Frenkel. Der Bitte Smolins, es sei "jetzt Sache der Verwaltung, die nächsten Schritte einzuleiten, damit wir schnell anfangen können", begegnete Frenkel mit Verständnis: "Sie haben lange gewartet; wir als Verbandsgemeinde und Träger der Kindertagesstätte werden das Projekt nun mit vorantreiben."

Bis bauliche Aktionen am ehemaligen Gymnasiumstrakt zu verfolgen sind und somit auch die letzten Zweifler in Völpke verstummen können, wird es noch etwas dauern. Aufgabe von Architekt und Bauamt ist zunächst, die konkrete Bauplanung auf die Beine zu bringen; danach folgen die Ausschreibungen der Gewerke. Man rechnet mit einem Baustart im Sommer. Der Winter soll dem Innenausbau vorbehalten sein. Es entsteht eine integrative Einrichtung mit insgesamt 118 Betreuungsplätzen, verteilt auf Krippe, Kindergarten und Hort.

Somit gehen beide Kita-Neubauprojekte der Oberen Aller Hand in Hand. Denn auch Eilsleben, das ebenfalls aus dem so genannten ELER-Fördertopf gespeist werden soll, fiebert dem Baustart entgegen. Dort ist man nach dem Ende 2010 eingeleiteten vorläufigen Maßnahmenbeginn schon einen Schritt weiter, wartet aber noch immer auf den Zuwendungsbescheid.

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