Mit dem Zusammenschluss von neun kleinen zu der großen Pfarrei St. Marien Oschersleben im vorigen November erlebten die Katholiken der Region Veränderungen. Bischof Gerhard Feige ist drei Tage lang zu Gast in St. Marien und widmete sich gestern den Kindern und Alten.

Oschersleben. Das soll der Bischof sein? Die dreijährige Maja Kramer blickt so skeptisch, dass Gerhard Feige Bischofsstab und Mitra holt. Immer noch Skepsis. "Sonst habe ich auch das Gewand dazu an, wie am Sonntag zur Messe in Oschersleben", lädt der Oberhirte der Katholiken die Steppkes aus der Kindertagesstätte St. Franziskus ein.

Der Bischof besucht reihum die überall neu gebildeten Pfarreien. Gestern begann er in Oschersleben in der St. Martin-Grundschule. Über mangelnde Nachfrage können sich Leiterin Claudia Beckurs und ihr Kollegium nicht beklagen. Sie stellen aber fest, dass der Anteil ge-taufter Kinder spürbar kleiner wird. Gerhard Feige nahm es zur Kenntnis und fragte interessiert nach den Elternhäusern: Die Schule legt Wert auf eine soziale Mischung, denn sie will keine Eliteschule sein. Auch keine, die die Eintrittskarte fürs Gymnasium darstellt. "In dem Punkt haben wir die häufigsten Diskussionen mit Eltern", berichtet Claudia Beckurs.

Doch ob nun Gymnasium oder Sekundarschule, den Martin-Schülern wird eine große soziale Kompetenz bescheinigt, erzählt die Schulleiterin. Da würden wohl die christlichen Werte spürbar, die Schule und Hort gemeinsam zu vermitteln versuchen. "Wie machen Sie das", fragte der Bischof freudig-überrascht. "Wir leben es vor, und mit 82 Schülern sind wir eine kleine Schule, es geht sehr familiär zu", vermuten die Lehrerinnen und Erzieher.

Vielleicht trägt dazu ja auch die dichte Nachbarschaft von Jung und Alt bei: Die Bewohner des Kardinal-Jaeger-Hauses sehen die Kinder spielen, die ihrerseits regelmäßig bei den Senioren Geburtstagsständchen singen.

Bischof Feige war gestern auch im Pflegeheim, ehe er sich heute und morgen in den anderen Orten der Pfarrei umsieht.

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