Der Betreuungsverein Oschersleben hat am Donnerstag in Wanzleben ein Büro eröffnet. Damit haben sowohl ehrenamtliche Betreuer als auch Angehörige, die ein Familienmitglied betreuen, wieder einen Anlaufpunkt. Aber auch diejenigen finden hier Hilfe, die eine Vorsorge treffen wollen für den Fall, dass sie nicht mehr selbst handeln können.

Wanzleben. In Wanzleben gibt es eine große Anzahl von ehrenamtlichen Betreuern und auch Menschen, die die Betreuung von Familienangehörigen übernehmen. Bis 2006 haben diese Unterstützung von einem in Wanzleben ansässigen Betreuungsverein bekommen, der sich dann leider auflöste. Nachdem der Betreuungsverein Oschersleben den Betreuern über Jahre seine Angebote offeriert hat, war es jetzt an der Zeit, in Wanzleben eine Beratungsstelle zu eröffnen. Im Büro am Darrhof 4 ist jetzt jeweils donnerstags ein Ansprechpartner vor Ort. Nach Terminabsprache sind Beratungen auch zu anderen Zeiten möglich.

"Wir hatten diesen Schritt seit zwei Jahren geplant und haben nun geeignete Räumlichkeiten mit barrierefreiem Zugang gefunden", erklärte Stephan Sigusch, Geschäftsführer des Betreuungsvereins Oschersleben. Der Betreuungsverein kümmert sich aber nicht nur um die Personen, die andere betreuen, sondern auch um die Bürger, die betreut werden, sowie diejenigen, die eine Vorsorge treffen möchten.

Und die letztgenannte Personengruppe wird, wie Sigusch sagte, immer größer. Wie schnell kann man in die Lage kommen, dass man nicht mehr selbst entscheiden kann, was mit einem passieren soll. Für diese Fälle gibt es Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen und Betreuungsvollmachten, in denen man im Vorfeld bereits seinen Willen festschreiben kann und nach dem sich dann die Betreuer auch zu richten haben. "Wir helfen mit unseren Kenntnissen auch gern bei der Erstellung solcher Vollmachten oder Verfügungen", so Stephan Sigusch.

Neben den persönlichen Beratungen bietet der Betreuungsverein aber auch Seminare, Vorträge oder Foren mit Fachleuten an, denn die Betreuung umfasst ein breites Spektrum. Und es gibt auch Aufgaben, die ehrenamtliche Betreuer besser leisten können als ein Berufsbetreuer. "Beispielsweise, wenn eine betreute Person mehr den persönlichen Kontakt braucht, als ihn die Berufsbetreuer bieten können", erklärte der Geschäftsführer des Betreuungsvereins, der deswegen auch stetig ehrenamtliche Betreuer sucht.

Ziel der Betreuung sollte es sein, das Wohl und den Willen des Betreuten zu erkunden, um ihn dann bei seinen Entscheidungen, die er soweit wie möglich allein treffen sollte, nur zu unterstützen. Auch bei Wegen, beispielsweise zum Arbeitsamt, sollte der Betroffene im Idealfall nur begleitet werden.

Der Betreuungsverein Oschersleben ist ein anerkannter Betreuungsverein in Sachsen-Anhalt und hat 15 Mitarbeiter. Zwei von ihnen werden im Büro in Wanzleben vor Ort sein.