Ein Benefiz-Konzert zugunsten der Opfer des Zugunglücks von Hordorf gab gestern das Landes-Akkordeon-Ensemble Sachsen-Anhalt im evangelischen Gemeindesaal in Oschersleben. Rund 100 Besucher erlebten einen musikalischen Nachmittag im Zeichen des Gedenkens.

Oschersleben. Jedes Jahr spielt das Landes-Akkordeon-Ensemble, das sich seit 15 Jahren in Trägerschaft des Landesverbandes der Musikschulen Sachsen-Anhalt befindet, in verschiedenen Städten.

Als die Termine für das Jahr 2011 festgelegt wurden, war Oschersleben am gestrigen Sonntag als Spielort fest einge-plant. "Damals konnte noch niemand wissen, dass am 29. Januar ein Nahverkehrszug mit einem Güterzug zusammenstoßen würde", erklärt Dr. Christian Reineke, Geschäftsführer des Landesverbandes der Musikschulen, gestern vor den zahlreichen Gästen im evangelischen Gemeindesaal in Oschersleben. Der Landesverband sei über dieses tragische Ereignis "zutiefst bestürzt" und in Gedanken "ganz fest bei allen Betroffenen". Deshalb habe man sich im Vorfeld entschieden, dieses Konzert in ein Benefiz-Konzert umzuwidmen, wofür Landrat Thomas Webel als Schirmherr gewonnen werden konnte.

"Im Gedenken an die Opfer des Zugunglücks lassen wir nun die Musik für sich selbst sprechen", eröffnet Reineke das Konzert, das schließlich mehr als 620 Euro an Spenden eingebrachte. Das Geld soll auf ein Spendenkonto eingezahlt werden, das der Landkreis Harz für die Hinterbliebenen eingerichtet hat. Bei dem Zugunglück waren Ende Januar zehn Menschen ums Leben gekommen und 23 zum Teil schwer verletzt worden. Die zehnjährige Amalia aus Langenstein verlor dabei fast ihre gesamte Familie.

Die Besucher des Konzerts der hochbegabten Nachwuchs-Akkordeonspieler, die aus den öffentlichen Musikschulen des Landes in diesem Ensemble zusammengeführt werden, begrüßten diese Spenden-Aktion. Kathrin Schau und Ehemann Martin Hanusch zum Beispiel nehmen Anteil am Schicksal der Opfer des Zugunglücks und sagen: "Das ist eine tolle Idee des Orchesters." Karla Vahsel aus Wulferstedt meint: "Ich finde es ganz großartig, dass das Orchester sich dazu bereit erklärt." Auch Friedrich von Biela, evangelischer Gemeindepfarrer in Oschersleben, ist erfreut über diese Form der Anteilnahme und sagt mit Blick auf das Zugunglück: "Das Ereignis bewegt uns natürlich immer noch sehr."

 

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