Seit 60 Jahren ist Emmeringen ein Ortsteil von Oschersleben. Doch bereits seit 1084 gibt es schriftliche Zeugnisse über das kleine Dörfchen, das im vorigen Jahr mit der 925+1-Jahrfeier selbstbewusst auf seine lange Geschichte hinwies. Grund genug für die Volksstimme, sich in lockerer Folge mit dem Wachsen und Werden des Dörfchens zu beschäftigen.

Emmeringen. Einer der bekanntesten Bürger Oscherslebens, Willi Behrens, hat sich intensiv mit der Heimatgeschichte von Emmeringen befasst. 1992 legte er in Bezug auf die Emmeringer Siedlung folgende Angaben schriftlich nieder:

"Im Jahre 1937 wurde unweit des Dorfes Emmeringen die sogenannte AGO-Siedlung beziehungsweise Emmeringer Siedlung erbaut und bis zum Jahre 1938 fertig gestellt. Ehemaliger Rechtsträger waren die Mitteldeutschen Heimstätten AG und nach den damaligen Vorstellungen sollten alle Häuser den damaligen Bewohnern nach drei Jahren als Eigentum überschrieben werden. Doch dann kam der Krieg. Die letzten noch im Bau befindlichen Grundstücke, wo bereits die Kellergeschosse fertig waren, wurden baumäßig eingestellt und mit Müll verschüttet. Der Stand der Grundstücke war damals 54 Doppelhäuser und 20 Einfamilienhäuser, also insgesamt 128 Wohnhäuser.

In der Nachfolgezeit bis heute sind 7 Häuser dazugekommen, so dass nun ein Gesamtbestand von 135 Häusern in der Siedlung vorhanden ist.

Die Straßennamen lauteten damals Schill-, Lützow-, Ziethen-, York- und Seydlitz-Straße, nach dem Zweiten Weltkrieg umbenannt in Jonny-Schehr-, Freiheits-, Käthe-Kollwitz-, Friedrich-Engels-, und Thomas-Mann-Straße.

Die erste Schule, nur für den Bereich der Siedlung gebaut, hat nie ihren Zweck erfüllt, da sie kurz nach der Fertigstellung, es waren sogar schon alle Schulmöbel drin, wieder abgerissen wurde. Standort der Schule war der ehemalige Kinderspielplatz inmitten der Siedlung." Hier gab es auch einen Feuerlöschteich, der jedoch inzwischen zugeschüttet wurde. Auf dem Areal können sich Spaziergänger auf Bänken niederlassen.

Ab dem Jahr 1952 gab es immer wieder umfangreiche Modernisierungen, Sanierungen, An- und Umbauten an den Häusern. Heute erinnern lediglich die alten Straßen mit ihrem unebenen Pflaster an die Entstehungszeit. Auch die vereinzelten holzverkleideten Giebel stammen noch aus den 30er Jahren.

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