Stimmungsvoll ging es für die Wulferstedter Karnevalisten am Wochenende in die bereits 19. Session, und das bunt verkleidete Narrenvolk wartete schon gespannt auf den donnernden Konfettischuss, der das Programm im Sockenländer Dorfkrug einleitete. Auch in diesem Jahr hieß es wieder "Zwischen Moddergraben und Krismanskis Bau – ein dreifach donnerndes Helau".

Wulferstedt. So brauchte Karnevalsoberhaupt Siegmar Hohmann nicht lange zu warten, denn das Publikum machte von Anfang an kräftig mit und brachte den Festsaal zum Brodeln. Eine erste Zugabe wurde bereits beim zackigen Gardetanz der blau-weißen Tänzerinnen verlangt und beim lustigen Gesang der "Fantastischen Zwei", die auf eine musikalische Zeitreise gingen, gab es permanente Klatsch- und Schunkelrunden.

Doch was wäre der Wulferstedter Karneval ohne den Büttenredner Ralf Datczyk. Der begeisterte Fußballfan und Weltmeisterexperte stimmte das närrische Volk auf die bevorstehende Weltmeisterschaft ein. Dabei hielt er manch hilfreichen Tipp für die Herren der Schöpfung bereit und erklärte, wie mit gezielten Ablenkungsmanövern dem häuslichen Ehekrieg mit den Frauen beizukommen sei.

Da konterte Büttenrednerin und Hausfrau Julia Hohmann ganz gewaltig, denn sie klagte in ihrem Bericht lautstark ihr Leid von der langweiligen Zweisamkeit in ihrer Ehe. Das sah Gabriel Schomburg ganz anders, denn als Vertreter der Volkshochschule Sockenland und weiser Ratgeber seiner pubertierenden Schüler erinnerte er sich gern an die Zeit vor 30 Jahren, als er selbst total nervös und mit Herzklopfen zum Stelldichein startete.

Während das Wulferstedter Damenballett die Narrenschaft in die Welt des Orients entführte, zeigten sich die tanzfreudigen Männer in bunter Clownkostümierung und obendrein mit zwei Gesichtern. Auch hier stand das närrische Volk buchstäblich auf den Bänken und verlangte eine Zugabe nach der anderen.

Den Lachmuskeln gönnten die Karnevalisten der SG "Germania Wulferstedt" keine Pause, denn man gab dem Publikum auch die Gelegenheit für Beobachtungen auf dem stillen Örtchen.

Politisch diskutiert

Doch still ging es im Saal keinesfalls weiter, denn dort wurden Grundgesetze diskutiert und ernsthaft auf politischer Ebene verhandelt. Auch hier verursachten die Akteure einen Lacher nach dem anderen und lösten einen Riesenbeifall aus. Ebenso energiegeladen präsentierte sich auch Kristin Scharkowski, die im heimischen Wohnzimmer als pflegebedürftige "Alte" ihre liebe Not mit dem türkischen Krankenpfleger Enrico Trip hatte.

Lustigen Gesang und jede Menge Seemannsgarn erlebten die Narren mit Thomas Schröder als Pirat Jack Sparrow, der alle Gäste zusammen mit seiner Crew zu einer musikalischen Schatzrunde auf die Black Pearl einlud und neben blinkenden Goldstücken auch jede Menge Schlechtigkeiten von sich gab.

"Wir halten durch, wir machen weiter" ließen abschließend die Wulferstedter Harmonics verlauten, denn die vier Männer blicken auf das nunmehr 19. Auftrittsjahr zurück und wünschen sich noch viele weitere.

Noch sind die Wulferstedter Karnevalisten nicht am Ende, denn am kommenden Sonntag laden alle Akteure um 13 Uhr zum bunten Festumzug durch den Ort ein. "Noch besteht die Möglichkeit für eine Teilnahme in unserem Zug", teilte Heiko Schmidt mit und freut sich auf alle, die gern mit einem Gefährt oder auch zu Fuß mitmachen möchten. Unter Telefon (03 94 01) 502 59 werden kurzfristige Anmeldungen entgegen genommen. Nach dem Umzug findet um 15 Uhr der traditionelle Kinderkarneval zum Abschluss der Session statt.

   

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