Langenweddingen. Rechnet man die Einsätze, die die Kameraden der Langenweddinger Feuerwehr im vergangenen Jahr geleistet haben, auf, dann waren insgesamt 183 Einsatzkräfte 2077 Stunden unterwegs, um Leib und Leben zu schützen. Von den 19 Einsätzen insgesamt hatten sechs Brände als Ursache. Vier Einsätze fallen in die Kategorie technische Hilfeleistung mit ausgelaufenen Flüssigkeiten, zwei waren technische Hilfeleistungen mit Brandverlauf und einer eine technische Hilfeleistung mit geretteten Personen. Aber auch nach Schäden, die durch Naturereignisse verursacht wurden, war der Einsatz der Wehr zweimal gefragt.

"Die Einsätze, die mit Naturgewalten zusammenhängen, sind zurückgegangen, und auch die technischen Hilfeleistungen wurden nach dem Umbau der B 81 und B 246 a weniger", erklärte Ortswehrleiter Lothar Stieler in seinem Rechenschaftsbericht. Er stellte fest, dass die Zahlen der Einsätze zwar in den vergangenen Jahren rückläufig waren, die Zahl der Einsatzstunden aber nicht.

Um für den Einsatz gerüstet zu sein, ist regelmäßige Ausbildung unerlässlich. Der Ortswehrleiter schätzte ein, dass die Dienste gut besucht werden und die meisten Kameraden auch die Durchführung der Dienste ernst nehmen. Einige Kameraden bildeten sich auch auf Kreisebene oder an der Landesfeuerwehrschule weiter.

Doch auch aus dem kulturellen Leben in Langenweddingen und in der Gemeinde Sülzetal ist die Ortsfeuerwehr nicht wegzudenken. So waren die Feuerwehrleute im vergangenen Jahr auch fünfmal zur Absicherung von Veranstaltungen zur Stelle, abgesehen davon, dass sie mit ihrem eigenen Fest zum 125-jährigen Bestehen der Wehr im Oktober einen kulturellen Höhepunkt für die Langenweddinger organisiert hatten. Lothar Stieler richtete seinen Dank an die Sponsoren, ohne die es dieses Fest sicher nicht gegeben hätte.

Die Ferienfreizeiten, zu denen die Feuerwehr seit einigen Jahren regelmäßig im Sommer und im Winter einlädt, sind bei vielen Kindern inzwischen beliebt. "Im vergangenen Jahr konnten wir daraus wieder zwei Jugendliche für unsere Jugendfeuerwehr gewinnen", bilanzierte Stieler. Auch mit der Kirche und dem Heimatverein gäbe es nach wie vor eine gute Zusammenarbeit, was gemeinsame Veranstaltungen beweisen.

Im Bericht des Ortswehrleiters wurde auch deutlich, dass die personelle Besetzung und die Einsatzbereitschaft nur die eine Seite sind. Für die Einsätze braucht es auch entsprechende Ausrüstung. So verwies Lothar Stieler nicht nur auf fehlende Einsatzbekleidung, sondern auch darauf, dass das alte Tanklöschfahrzeug schon seit einigen Jahren vorn ölt und hinten rostet und die Kameraden jedes Mal hoffen, am Einsatzort anzukommen. Das Fahrzeug ist inzwischen 35 Jahre alt. "Eine für 2010 zugesagte TS 8 konnte auch nicht angeschafft werden", monierte Lothar Stieler weiter.

Manchmal wünschen sich die Feuerwehrkameraden auch mehr Gehör, wenn es um bauliche Veränderungen im Ort geht. So musste im Rahmen einer Übung an der Ganztagsschule festgestellt werden, dass es bei der Löschwasserversorgung einige Probleme gibt. Auch am Glockenteich und an der Löschwasserentnahmestelle am "Weißen Schwan" wurden durch die Bauarbeiten an der Halberstädter Straße einige Hürden für die Feuerwehr eingebaut.

Derzeit arbeiten in der Langenweddinger Ortsfeuerwehr 35 aktive Kameraden. Die Jugendfeuerwehr zählt sieben Mitglieder, die ebenfalls über ein abwechslungsreiches Jahr Bilanz ziehen konnten. Elf Mitglieder bilden die Alters- und Ehrenabteilung.

Auch für das Jahr 2011 haben sich die Mitglieder der Langenweddinger Feuerwehr einiges vorgenommen. So werden sie sich wieder am Osterfeuer und am Tanz in den Mai beteiligen. Die Jugendfeuerwehr möchte beim Zeltlager in Schwaneberg, beim Bundeswettkampf der Jugend in Wanzleben und beim Löschangriff nass ihr Können unter Beweis stellen.

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