Wanzleben. Wenn eine Wahl ansteht, dann ist der Seniorenverband Bund der Ruheständler, Rentner und Hinterbliebenen (BRH) im Altkreis Wanzleben immer bestrebt, seinen Mitgliedern und anderen Interessenten die Möglichkeit zu geben, die jeweiligen Kandidaten kennenzulernen. Und so war es auch am Dienstagnachmittag. Zahlreiche interessierte Bürger waren gekommen, um den Landtagskandidaten Kay Barthel (CDU), Silke Schindler (SPD), Gudrun Tiedge (Die Linke) und Christian Flechtner (FDP) auf den Zahn zu fühlen. Im Präsidium hatte sich außerdem Hartmut Wiest von den Freien Wählern eingefunden, der den beruflich verhinderten Landtagskandidaten Jörg Methner vertrat. Verena Wicke-Scheil (Grüne) hatte sich ebenfalls aus beruflichen Gründen entschuldigt.

Die Kandidaten waren von dem Interesse beeindruckt. "Das zeigt, dass sie immer noch Hoffnung haben, dass Politik auch mitgestalten kann", sagte Christian Flechtner. Gudrun Tiedge lobte, dass die Senioren politisch interessiert sind und immer noch viel nachfragen.

Gerhard Ihlau vom BRH hatte die Moderation des Forums übernommen und den Kandidaten bereits in seiner Einladung die Richtung vorgeben. Konkret hatte er Schwerpunkte in Form von Fragen formuliert. So sollten die Landtagskandidaten beispielsweise über ihre Vorhaben sprechen, mit denen sie der immer größer werdenden Verarmung und Verschuldung in den Kommunen entgegenwirken wollen.

Schon dabei zeigte sich, dass die Meinungen der einzelnen Kandidaten teilweise weit auseinandergingen. So wollte Silke Schindler den Begriff "Verarmung" erst einmal richtigstellen, denn die immer höher werdenden Ausgaben in den Kommunen seien mit höher werdenen Ansprüchen an die Stadt verbunden. Sie verwies darauf, dass die Gebietsreform auch zur Stärkung der Kommunen beitragen soll. Kay Barthel richtete bei dieser Frage das Hauptaugenmerk auf die Stärkung der Wirtschaft. Denn wenn das Land genügend Geld habe, um die Kommunen zu stärken, ginge es auch voran.

Gudrun Tiedge war der Meinung, dass in Deutschland genügend Geld vorhanden ist, das nur vernünftig eingesetzt werden müsste. Sie gab auch der Gemeindegebietsreform eine Mitschuld daran, dass es den Kommunen nicht besser geht. Die Meinung, dass genügend Geld vorhanden sei, unterstützt auch Christian Flechtner. "In Kommunen wird Gemeinwohl gelebt, wenn wir das nicht realisieren, haben wir versagt", erklärte er weiter.

Hartmut Wiest sah viele Ansatzpunkte, Politik besser zu gestalten. So betonte er, dass die Gebietsreform zu keinerlei Einsparungen geführt habe und Deutschland viel zu viel Geld für Geldtransferleistungen in der Europäischen Union ausgebe.

Die interessierten Zuhörer wollten es aber noch genauer wissen und sprachen auch Themen wie die Abwanderung von Fachkräften, die Einführung von Mindestlöhnen, das Rentensystem, den Abbau von Polizeikräften sowie die Erhöhung des Bildungs- und Ausbildungsniveaus der Schüler an. Fast drei Stunden zog sich die Diskussion hin. Ob sie das Kreuzchensetzen bei der Landtagswahl am 20. März beeinflusst, bleibt abzuwarten.