In wenigen Wochen wird die Gemeinde Sülzetal zehn Jahre alt. Schon der erste Gemeinderat, der bis 2008 im Amt war, hatte sich vorgenommen, ein Gemeinde-Entwicklungskonzept aufzustellen. Doch erst am Donnerstagabend wurde während einer außerordentlichen Gemeinderatssitzung der Grundstein für das Konzept gelegt.

Sülzetal. Bis zum 18. März können noch Fördermittelanträge im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr für die Erarbeitung von Gemeinde-Entwicklungskonzepten eingereicht werden. Damit dieser Termin eingehalten wird, kam der Sülzetal-Gemeinderat am Donnerstagabend zu einer außerplanmäßigen Sitzung zusammen. Ein qualifizierter Antrag für die Fördermittel wurde beschlossen.

Zehn Jahr besteht die erste Einheitsgemeinde Sachsen-Anhalts am 1. April. Fast genauso lange wird über die Notwendigkeit der Erarbeitung eines Gemeindeentwicklungskonzeptes diskutiert. Es gab mehrere Anläufe, erst recht, als ein neuer Gemeinderat 2008 gewählt war. Auf den Punkt gebracht wurden die Vorhaben und Diskussionen letztlich aber nicht.

Spätestens zum Ende des vergangenen Jahres, als wochenlang über die Grundschulstandorte und die Verwendung der Mittel aus dem Konjunkturpaket II diskutiert wurde, war mehr als deutlich geworden: Die Gemeinde muss endlich qualifiziert festschreiben, wohin es gehen soll. Bestandteil des Gemeinde-Entwicklungskonzeptes wird auch der Schulentwicklungsplan sein.

Das Gemeinde-Entwicklungskonzept selbst wird einem autorisierten Büro übertragen. Nichts desto trotz werden Gemeinderäte, Ortschaftsräte, Verwaltungsmitarbeiter und berufene Bürger in die Erarbeitung des Konzeptes eingebunden, so Bauamtsleiter Fred Fedder. Er erläuterte den Fördermittelantrag sowie Sinn und Zweck des Gemeinde-Entwicklungskonzeptes. Es wird die langfristige und nachhaltige Entwicklung der Gemeinde Sülzetal für die nächsten 15 Jahre beleuchten. Auch die Demografie soll im Konzept eine Rolle spielen.

Das Gemeinde-Entwicklungskonzept wird bis zu einer Höhe von 80 Prozent der Gesamtkosten, das sind maximal 80 000 Euro, gefördert. Die notwendigen 20 Prozent Eigenmittel sind im Haushaltsentwurf 2011 der Gemeinde Sülzetal eingestellt. Die Stellungnahme der Kommunalaufsicht wird umgehend eingeholt.

"Was ist, wenn wir die Födermittel nicht bekommen?", fragte Gemeinderätin Jutta Spurek während der Sitzung. "Dann müssen wir die Summe allein aufbringen, sie ist im Haushalt eingestellt. Wir sind aber guter Hoffnung, dass wir die Fördermittel bekommen", so Bürgermeister Erich Wasserthal.