Die Tage miserabler und lahmer Internetverbindungen in den ländlichen Gebieten sind gezählt. Für den Breitbandkabelausbau ist jetzt entgültig grünes Licht gegeben worden. Die Verträge mit einem Unternehmen sind unterschrieben, das das Regionalmanagement für den Breitbandausbau übernimmt. Das Land trägt 800 000 Euro als Defizitförderung.

Wanzleben. Die Verträge für den Breitbandausbau hat Bürgermeisterin Petra Hort am vergangenen Freitag unterzeichnet. "Damit können die ersten Bauarbeiten für die Kabelnetze in den ländlichen Gegenden erfolgen", sagte sie gegenüber der Volksstimme.

Ende Oktober dieses Jahres sollen die Maßnahmen laut Petra Hort für das Gebiet der Einheitsgemeinde abgeschlossen sein. Ab November soll die schnelle Internetverbindung dann den Bürgern zur Verfügung stehen.

Das Problem bisher: Die Telekommunikationsunternehmen scheuten sich bislang vor Investitionen, da gerade im ländlichen Bereich das Defizit größer ist als der zu erwartende Gewinn. Um die Firmen dennoch zum Ausbau des Kabelnetzes zu bewegen, investieren die Einheitsgemeinde 126 000 Euro Eigenmittel und das Land mit rund 800 000 Euro eine so genannte Defizit-Förderung. Das heißt, im Vorfeld hatten die Unternehmen dem zuständigen Amt für Landwirtschaft, Forst und Flurerneuerung (ALFF) mitteilen müssen, welche Defizite die Firmen beim Ausbau der ländlichen Breitband-Strecken erwarten würden. Diese Kosten soll nun die Defizit-Förderung decken.

Welche Ortschaften dabei zuerst angeschlossen werden und welche Zeitpläne es gibt, ist noch nicht bekannt.

"Das ist natürlich die technologische Entscheidung der Unternehmen, welche Kabelanlagen zuerst installiert werden, um das Netz auszubauen", hatte Bauamtsleiter Olaf Küpper bereits im Dezember berichtet. Er zeigte sich, was den Ablauf und die Geschwindigkeit der Bearbeitung bei der Vergabe der Fördermittel betrifft, zufrieden.

"Im Sommer haben wir, nachdem die Bedarfsermittlung zur Vorbereitung abgeschlossen und die Förderrichtlinien des Bundes bekannt geworden waren, sofort den Antrag beim ALFF gestellt", erklärte Küpper.

Für die meisten Einwohner der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde ist es bisher nur in Schrittgeschwindigkeit ins Internet gegangen. Über DSL-Anschlüsse verfügten bisher im Wesentlichen nur Wanzleben und Seehausen, dies aber auch mit unterschiedlichen Übertragungsgeschwindigkeiten.

Nach einer Bedarfsanalyse der damaligen Verwaltungsgemeinschaft "Börde" Wanzleben hatten sich im Jahr 2010 163 Haushalte gemeldet, die eine schnellere Internetverbindung benötigen. Weiterhin hatten auch drei öffentliche Einrichtungen und 59 Gewerbetreibende den Bedarf an einer DSL-Verbindung angemeldet. Bis 2014 will die Landesregierung Sachsen-Anhalt für das Verschwinden der weißen Flecken auf der DSL-Versorgungskarte im ländlichen Raum rund 50 Millionen Euro investieren.