Zur ersten Jahreshauptversammlung nach erfolgter Umstrukturierung des Gemeindewehrwesens begrüßte Ortswehrleiter Peter Walter am Sonnabend aktive Kameraden, fördernde Mitglieder und zahlreiche Ehrengäste in den Barneberger Diensträumen. Walters Bericht war positiv geprägt, enthielt aber auch ermahnende Worte.

Barneberg. Bevor Wehrleiter Peter Walter seine Bilanz zum abgelaufenen Feuerwehrjahr zog, wurde mit einer Schweigeminute aller Anwesenden des verstorbenen Barneberger Ehrenbürgers Heinz Thierfeld gedacht, der auch ein großer Freund und Förderer der Wehr war.

"2010 war ein Jahr der Veränderungen", leitete Walter zum Rechenschaftsbericht über, "es begann für uns alle unter neuen Voraussetzungen." Mit dem Anschluss an Hötensleben und die Verbandsgemeinde Obere Aller ging auch die Neuorientierung des Brandschutzes einher. "War bis dahin jede Feuerwehr für sich selbst verantwortlich, so wurden wir von nun an ,ferngesteuert‘; aus der Gemeindefeuerwehr wurde eine Ortsfeuerwehr", so Peter Walter. Und weiter: "Da gab es zunächst viele Fragen zu klären, aber nach anfänglicher Skepsis funktioniert die Zusammenarbeit unter dem Dach der Verbandsgemeinde ganz gut. Dies liegt auch mit an der Führung der Gemeindewehrleitung durch Reinhard Breitfelder und Marko Dörge."

Die Freiwillige Feuerwehr Barneberg zählt 80 Mitglieder, davon 17 Männer und vier Frauen in der Einsatzabteilung sowie 33 fördernde Mitglieder. Zur Alters- und Ehrenabteilung gehören sieben Kameraden, die Jugendfeuerwehr hat acht und die Kinderfeuerwehr elf Mitglieder.

Die Statistik zum Einsatzgeschehen 2010 war erfreulich kurz: Vier Einsätze, davon zwei Brandbekämpfungen, eine Beräumung einer umgestürzten Pappel und eine Gefahrenabwehr, stehen zu Buche. Die Leistung der Kameraden umfasste aber weitaus mehr, wie Peter Walter betonte. 1012 Stunden ehrenamtlicher Arbeit hatte er errechnet: "Hierzu zählen neben den Dienst–abenden auch die Absicherrungen des Schützenfestes oder des Martinumzuges."

"Ausbildungsstunden sind zu erbringen"

Walter machte zudem einige Angaben zum Ausbildungsstand der Aktiven und zum Wartungs- und Pflegedienst der Ausrüstungen und merkte hier durchaus kritisch an: "Die nötigen Ausbildungsstunden sind zu erbringen, damit man am Einsatzgeschehen teilnehmen kann!"

Zum Abschluss seiner Ausführungen dankte der Wehrleiter "allen, die immer für die Einsatzbereitschaft der Wehr sorgen", aber ganz besonders den Kameradinnen Silke Thierfeld, Claudia Lutz und Cindy Kraegenow für ihre Arbeit mit den Jugendlichen und Kindern. Für 2011 wünsche sich Walter, "dass die Alters- und Ehrenabteilung mehr am Kameradschaftsleben teilnimmt".

Anschließend berichtete Jugendwartin Silke Thierfeld über die verschiedenen Aktivitäten der acht Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, die oft mit den Jugendlichen aus Hötensleben und Ohrsleben sowie der Kinderfeuerwehr erfolgten. Für die kleinen "Schlauchstrolche" sprach Leiterin Cindy Kraegenow: "Wir hatten ein aufregendes Jahr und haben schon viel gelernt. Aber Spaß und Spiel stehen bei den Kindern zwischen fünf und acht Jahren natürlich im Vordergrund."

In einer geheimen Abstimmung erfolgte danach die Wahl des stellvertretenden Ortswehrleiters. Mit großer Mehrheit (94 Prozent) wurde Keven Jabs in das verantwortungsvolle Amt gewählt. Bevor er in der nächsten Verbandsgemeinderatssitzung offiziell berufen wird, muss die Aufsichtsbehörde noch ihre Zustimmung erteilen.

Ein Höhepunkt der Jahreshauptversammlung war der Punkt "Ehrungen und Beförderungen". Christian Schulz, Keven Jabs und Thorsten Sefczik wurden zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Für zehnjährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr wurde Christian Schulz in feierlichem Rahmen geehrt. Wehrleiter Peter Walter bedankte sich auch bei Ulf Machelt sowie bei Claudia und Jörg Lüders, die die Kinder- und Jugendfeuerwehr aktiv unterstützen und so einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsarbeit im Ort leisten.

"Nicht die Zahl der Einsätze ist entscheidend, sondern viele Komponenten der ehrenamtlichen Arbeit. Ihr seid eine homogene Truppe", war von Verbandsgemeindebürgermeister Frank Frenkel in dessen Grußwort anerkennend zu hören. "In kleinen, aber stetigen Schritten wachsen die Wehren der Oberen Aller zusammen." Gemeindewehrleiter Reinhard Breitfelder würdigte die Arbeit der Feuerwehrmitglieder im Ort und zeigte sich von der Kinder- und Jugendarbeit begeistert.

In der abschließenden offenen Diskussion wurden die Problematik der Hydranten im Winter, die Parkplatzsituation vor dem Gerätehaus und der Zustand der Feuerlöschbehälter angesprochen.