In fünf kirchlichen Gemeinden der Oberen Aller beteiligt man sich im März und April am Projekt Bibelwoche. Den Auftakt gestalten vom kommenden Montag an die Pfarrbereiche Ummendorf und Wormsdorf.

Obere Aller. "Die Wurzeln der Bibelwoche liegen vor allem in der Reformation", erklärt Pfarrer Gunther Hirschligau. "Durch die Bibelübersetzung Martin Luthers waren Christen nun in der Lage, selbst die Bibel zu lesen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das Studium der Bibel für die Ausprägung persönlicher Frömmigkeit sehr bedeutsam." Die eigentliche Bibelwochenbewegung nahm in den Jahren 1934 und 1935 ihren Lauf: in Baden im Zuge der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Ungeist dieser menschen- und gottverachtenden Weltanschauung.

Von da an wuchs das Projekt geographisch wie inhaltlich. Gunther Hirschligau: "1964 wurde die Ökumenische Bibelwoche durch das Zweite Vatikanische Konzil sowie den Katholikentag begründet. Die Bibelwoche ist Kernstück der Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste, welche auch die jährliche Bibelwochenkonferenz mit evangelischen und katholischen Theologen aus ganz Europa abhält."

Für die Bibelwoche werden jeweils sieben Texte eines biblischen Buches ausgewählt. Es wird jährlich zwischen dem Alten und dem Neuen Testament abgewechselt.

In fünf Gemeinden, für die Gunther Hirschligau und seine Ehefrau Renate den Pfarrdienst versehen, findet auch in diesem Jahr wieder eine Bibelwoche statt (siehe Infokasten). Je vier Abende am Stück sind von montags bis donnerstags vorgesehen. "Gemeindeglieder versammeln sich in den Kirchen oder Pfarrhäusern, um gemeinsam einen Bibeltext zu studieren. Pfarrer und Pfarrerinnen aus den Nachbargemeinden sind an den einzelnen Abenden dabei", informiert Hirschligau über den Ablauf.

Von der Theologin Dorothee Sölle stammt der Satz: "Ein Christ ist grenzenlos glücklich, absolut furchtlos und immer in Schwierigkeiten." Dieser Gedanke soll die Bibelwoche 2011 zwischen Drackenstedt und Wefensleben begleiten. "Dieser Satz könnte auch als Motto über dem Epheserbrief stehen, dem wir uns näher widmen wollen", kündigt Hirschligau an. "An den Abenden wollen wir auf die Texte hören und herausfinden, was sie den Christen des Jahres 2011 zu sagen haben." Dabei helfen den Hirschligaus auch wieder berufene Gottesmänner und -frauen aus umliegenden Orten, darunter Pfarrer Thomas Seiler aus Seehausen und Pfarrerin Felicitas Haupt aus Groß Rodensleben.