Hohen Besuch nahmen gestern die künftigen Abiturienten Julia Albrecht und Thomas Winkler in der Internatsschule Hadmersleben in Empfang: Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, stattete der Schule Besuch ab.

Hadmersleben. Mit der Ministerin waren auch die CDU-Landtagskandidaten Gabriele Brakebusch und Kay Barthel in die Internatsschule gekommen. Die Schulleitern Frank Melsbach und Astrid von Smuda begrüßten die Gäste und nach einem kurzen Gespräch zur Geschichte der Schule und zum Thema Privatschulen/Schulen in freier Trägerschaft startete der Rundgang durch die historischen Gemäuer, in denen sich einst ein Kloster befand. "Sie haben vor etwa drei Jahren in einer Talk-Runde die Freien Schulen verteidigt. Das fand ich gut", meinte zu Beginn der Gesprächsrunde Frank Melsbach. "Ich sehe, dass die Schulen in privater und freier Trägerschaft dem öffentlichen Schulsystem durchaus Impulse geben. Beide Seiten können voneinander lernen. Und dieses Lernen ist gewinnbringend für alle", fügte Gabriele Brakebusch hinzu.

Ob Karate in der 6. Klasse, Bio in der 9. Klasse, Deutsch in der Klasse 7a, Informatik in der 8. Klasse – die Gäste erfuhren während ihres Rundgangs gemeinsam mit Dr. Annette Schavan, wie der Alltag in der Ganztagsschule funktioniert – vom gemeinsamen morgendlichen Zusammentreffen, über den Unterricht, den gemeinsamen Mahlzeiten bis zu den Hausaufgaben, die in der Schule erledigt werden.

Schließlich gab es noch eine interessante Gesprächsrunde mit den 10., 11. und 12. Klassen. Hier stellte sich die Bundesministerin den Fragen der Schüler und sie hatten einige parat. Beispielsweise wurde nach dem bundeseinheitlichen Abitur gefragt. In diesem Fall konnte die Ministerin berichten, dass nach der Kultusministerkonferenz erste Schritte gemacht werden. Diese ersten Schritte sind, einen gemeinsamen Aufgabenpool und einheitliche Bewertungsmaßstäbe zu schaffen. "Das Abitur wird gerechter, es gibt mehr Chancengleichheit", so Annette Schavan. "Die Entscheidung, die gymnasiale Oberstufe zu verkürzen, war richtig. Schwachstellen haben wir doch heute hauptsächlich in den Übergängen von Kita zur Grundschule, von der Grundschule zum Gymnasium oder zur Sekundarschule", meinte die Ministerin. Sie könne sich eine noch engere Verbindung von Kitas und Grundschulen vorstellen, in dem diese unter einem Dach untergebracht wären.

Aber auch die Lehrerin Dr. Ramona Sauerbrey hatte eine Frage, diese richtete sie gezielt an Gabriele Brakebusch und Kay Barthel: "Das Schulsystem in Sachsen-Anhalt wird einmal mehr diskutiert. Wie sieht die CDU das, soll es tatsächlich wieder geändert werden?" "Wir brauchen kein neues Schulssystem sondern Ruhe und Kontinuität", sind sich Barthel und Brakebusch einig. "Das schließt nicht aus, dass an den Bildungsinhalten gearbeitet werden muss."