Domersleben. Nach der von Bürgerprotesten begleiteten Baumfällaktion, bei der rund 40 ortsbildprägende Linden in der Domersleber Martin-Selber-Straße geköpft worden waren, hatten sich Anwohner dafür eingesetzt, dass wenigstens die Parkbäume, die noch für die geplante Versickerungsfläche weichen sollten, stehen bleiben können. Die Bäume in der Grünanlage hatten nach den Bürgerprotesten Mitte Januar vorerst eine Schonfrist. Nun steht fest: "Die Bäume im Park können stehen bleiben", sagte gestern Bauamtsleiter Olaf Küpper.

Der Grund: "Da die für den Park geplante Versickerungsfläche für das Oberflächenwasser von der Ursprungsfläche um ein Vielfaches minimiert werden konnte und damit nur noch 320 Quadratmeter groß werden soll, können die Bäume stehen bleiben", erklärt der Bauamtsleiter. Die neue Flächenberechnung wurde laut Küpper möglich, weil sich nach der Ortschaftsratssitzung Anfang des Jahres die anliegenden Grundstückseigentümer auf ihren privaten Flächen für eigene Lösungen – was die Oberflächenwasserproblematik betrifft – gegenüber der Unteren Wasserbehörde des Landkreises ausgesprochen haben. Für diese Lösung bräuchten die Grundstückseigentümer eine wasserrechtliche Genehmigung. Für deren Vergabe ist jene Behörde zuständig. "Mit dieser Lösung muss die für den Park ursprünglich zentral geplante Beckenfläche nun nur noch für die Entwässerung der Straße berechnet werden. Dadurch, dass die privaten Flächen aus der Berechnung rausgefallen sind, konnten 1000 Quadratmeter bereits verplante Versickerungsfläche gestrichen werden", sagte Küpper. Die nun anstehenden Bauarbeiten in der Martin-Selber-Straße (ehemals Gartenstraße) in Domersleben werden am Montag, 4. April, beginnen. Der Startschuss für die Maßnahme, die in drei Abschnitte unterteilt ist, fällt in Höhe der Grundschule. "Die Bauarbeiten sind deshalb in drei Abschnitte unterteilt worden, damit wir gewährleisten können, dass die Grundstücke und Zufahrten der Gewerbetreibenden während des Ausbaus erreichbar bleiben", erklärt Bauamtsleiter Olaf Küpper. Insgesamt zehn Handwerksbetriebe haben ihren Sitz in der Martin-Selber-Straße. Ortsbürgermeister Bernd Meyer hatte diesbezüglich am Wochenende im Rahmen des jüngsten CDU-Handwerkerstammtisches gesagt, dass im Zuge der notwendigen Betonarbeiten laut Planung keiner der Gewerbetreibenden länger als drei Tage von der Zufahrt abgeschnitten sein soll.

Die geförderte Baumaßnahme umfasst insgesamt ein Investitionsvolumen von rund 550 000 Euro. Die Arbeiten sollen spätestens Ende August abgeschlossen sein. Der grundhafte Ausbau der Straße ist nur für jene Abschnitte geplant, auf denen die Betondecke bislang fehlte. Auf jenen bereits betonierten Flächen erfolge mittels eines neuen Verfahrens ein Aufbau der Straße. Die Pflastersteine, die der Fahrbahn zudem im Laufe der Baumaßnahme entnommen werden, sollen anschließend den Dorfbewohnern für private Pflasterarbeiten kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, erklärt Ortsbürgermeister Bernd Meyer.

Auch die Archäologen hoffen hier im Zuge des Ausbaus fündig zu werden. "Die Experten haben sich angekündigt und wollen die Bauarbeiten begleiten. Die Archäologen vermuten in diesem Bereich der Martin-Selber-Straße eine Grabstätte", berichtet Olaf Küpper. Ob ein Archäologen-Team die gesamte Bauzeit vor Ort sein wird, oder ob ein mobiler Ausgrabungstrupp zum Einsatz kommen wird, stehe derzeit noch nicht fest.

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