Oschersleben. Polizeibeamte haben gestern in einer Oschersleber Villa in der Halberstädter Straße 71 hinter dem ehemaligen Kreismuseum eine illegale Plantage mit etwa 1 500 Cannabispflanzen ausgehoben. Die gesamte untere Etage des Hauses, dessen Fensterscheiben nach außen hin abgedunkelt waren, hatten die Täter professionell zur Aufzucht der Pflanzen ausgebaut. Die Beete waren mit Lampen beleuchtet und wurden über ein Leitungssystem bewässert. In der Villa lag ein süßlicher Duft der Cannabisplanzen.

"Das ist eine vollautomatische Cannabisplantage, die Profis angelegt haben müssen", sagte Armin Friedrichs, Leiter des Polizeireviers Börde, der den Einsatz in Oschersleben leitete. Die Erlöse an Haschisch, die die Züchter daraus hätten erstellen können, lagen nach seinen Schätzungen "im hohen Kilo-Bereich". Zu den Tätern konnte er aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht viel sagen. Nur so weit, dass sie nicht aus Oschersleben stammen würden.

Der Hausmeister der Verwaltungsgesellschaft der Villa hatte die Polizei auf die Spur der Cannabis-Züchter gebracht. Er hatte bemerkt, dass jemand das Stromnetz des Hauses illegal anzapft, schaute deshalb in der Wohnung in der unteren Etage nach und entdeckte die Plantage.

Die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes sicherte in der Cannabis-Wohnung die Spuren. Dann rückten Bereitschaftspolizisten an, um die Pflanzen nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft abzuschneiden und auf einen Lkw zu verladen. Die Pflanzen wurden später unter Aufsicht verbrannt.