Der gestrige Montag stand noch immer im Zeichen der Landtagswahlen. In der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde liefen die Kontrollen und Zählungen für das amtliche Endergebnis. Indes äußerte Bürgermeisterin Petra Hort ihre Freude über eine höhere Wahlbeteiligung im Vergleich zu den Landtagswahlen vor vier Jahren oder gar zur Bürgermeisterwahl 2010 in der Einheitsgemeinde. Jeder zweite Einwohner der Einheitsgemeinde ging am Sonntag an die Wahlurne.

Stadt Wanzleben – Börde. Am Ende gab es bei der Auszählung am Sonntag doch noch einen Krimi. Und zwar bei den ersten drei Landtagskandidaten im Wahlkreis. Zwar zog Kay Barthel (CDU) weit nach vorne, die beiden Spitzenkandidaten Gudrun Tiedge (Die Linke) und Silke Schindler (SPD) lieferten sich jedoch ein Kopf-an-Kopf- Duell. Mit nur drei Stimmen Vorsprung ging Silke Schindler daraus als Siegerin hervor (Zahlen für die Stadt Wanzleben – Börde, siehe Infokasten). Beide ziehen nicht als Direktkandidaten, dafür aber wie bei der letzten Landtagswahl über die Parteienliste der Zweitstimme in den Landtag ein.

Einig waren sich Politiker und Wähler in der Frage der Wahlbeteiligung. Zunächst hatte man sogar ein schlechteres Ergebnis als 2006 erwartet, doch diesmal ging immerhin jeder zweite Wahlberechtigte der Stadt Wanzleben - Börde wählen. Bei der Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr lag die Beteiligung bei einem Rekordtief von 29 Prozent. "Die Landtagswahl spielt, was die Wahlbeteiligung angeht, in einer ganz anderen Liga. Die Beteiligung hat mich gefreut, hätte aber dennoch weitaus besser sein können. Denn man muss sagen, dass jeder, der nicht zur Wahl gegangen ist, die Chance zur Mitbestimmung verspielt hat", erklärte Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Petra Hort. Geholfen hat die hohe Wahlbeteiligung offensichtlich auch dabei, dass extremistische Parteien wie die NPD nicht in den Landtag einziehen konnten. Bei den Zweitstimmen lag die Partei in der Einheitsgemeinde bei 4,5 Prozent. Bei einer entsprechend niedrigeren Wahlbeteiligung hätte das Ergebnis anders ausehen können.

Das sieht auch Pfarrer Thomas Seiler aus Seehausen so, der in seiner Gemeinde im Vorfeld mehrmals darum geworben hat, zur Wahl zu gehen, um extremistischen Parteien erst gar keine Chance für einen Einzug in den Landtag zu geben. Die höchste Wahlbeteiligung hatten nach dem vorläufigen Endergebnis (ohne Briefwahlergebnisse), gemessen an den Wahlberechtigten, die Ortsteile Remkersleben, Hohendodeleben, Klein Germersleben, Bottmersdorf und Blumenberg. Unterdurchschnittlich lag die Beteiligung hingegen in den drei Wanzleber Wahlbüros, in Domersleben und in Meyendorf.