Die Freiwillige Feuerwehr Neindorf rückte 2010 zu sieben Einsätzen aus. Das Einsatzgeschehen, der Stand der Ausbildung sowie Beförderungen und Ehrungen waren Themen der Jahreshauptversammlung.

Neindorf. Neindorfs Wehrleiter Mathias Bange bat seine Kameraden, Mitglieder des Fördervereins und die Gäste der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Gerätehaus, sich zu Beginn der Veranstaltung von den Plätzen zu erheben, um den gestorbenen Feuerwehrleuten und den Opfern des Zugunglücks von Hordorf zu gedenken.

Auf das Zugunglück von Hordorf und die ungewöhnlich hohen Anforderungen, die danach an die Helfer gestellt wurden, ging Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke als Dienstherr der Neindorfer Feuerwehr in seinem Grußwort ein. "Ich danke euch für euren Einsatz, ihr habt an vorderster Stelle gestanden", sagte Klenke. Der Bürgermeister widerholte seine Kritik, dass für derart psychisch belastende Einsätze, die mit dem Bergen von Leichen verbunden seien, freiwillige Feuerwehren herangezogen würden. Die Arbeit gehe weit über das Maß hinaus, was ein freiwilliger Feuerwehrmann zu leisten habe. Der Bürgermeister regte an, für derartige Einsätze Fachleute des Landeskriminalamtes zu verpflichten.

Neindorfs Ortsbürgermeister Dieter Bieber freute sich über die gut funktionierende Zusammenarbeit der Neindorfer Wehr mit den Kameraden aus Beckendorf und Altbrandsleben. "Ich werde mich jetzt wieder öfter bei euch sehen lassen", versprach Bieber, den eine Erkrankung davon abgehalten hatte. Zudem überbrachte er die Grüße des Ortschaftsrates.

Grüße von Landrat Thomas Webel und Kreisbrandmeister Horst Nitzer überbrachte den Neindorfer Kameraden Abschnittsleiter Ralf Lange, der neben Oscherslebens Stadtwehrleiter Bernd Dedecke und dessen Stellvertreter Carsten Loof zu den weiteren Ehrengästen gehörte.

Wie Wehrleiter Mathias Bange in seinem Rechenschaftsbericht sagte, rückten die Neindorfer Kameraden 2010 zu sieben Einsätzen aus. Unter anderem zwei Mal zum Strohdiemenbrand nach Klein Oschersleben, drei Mal zu ausgelösten Brandmeldeanlagen im Bördekrankenhaus, zu einem Pkw-Brand nach Beckendorf und zu einer Einsatzüberprüfung auf den Jakobsberg. "Zu den Einsätzen rückten wir mit durchschnittlich 7,5 Kameraden je Einsatz aus, was ein guter Schnitt ist. Insgesamt waren wir 2010 etwa 1 200 Minuten im Einsatz", wertete Bange aus. Zudem sicherten die Feuerwehrleute in der Motorsport Arena Oschersleben zwei Veranstaltungen ab und betreuten in Neindorf Oster- und Martinsfeuer. Um auf die Einsätze fachlich gut vorbereitet zu sein, absolvierten die Kameraden 47 Dienstabende mit 936 Ausbildungsstunden. Obendrein leisteten die Feuerwehrleute 325 Stunden Kreisausbildung und 90 Stunden an der Brand- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge. Damit kamen sie 2010 auf insgesamt 1 341 Stunden, was 58 Stunden Ausbildung pro Kamerad bedeutete.

Die Neindorfer Feuerwehr hat einen Personalbestrand von 39 Kameraden, wovon sich 23 Frauen und Männer im Einsatzdienst befinden. In der Jugendfeuerwehr sind fünf Mädchen aktiv, in der Alters- und Ehrenabteilung elf Kameraden.

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