Das Oschersleber Freibad in der Breitscheidstraße wird in diesem Sommer womöglich zu seiner letzten Saison öffnen. Wegen des schlechten technischen Zustands, der Millionen an Euro an Investitionen erfordert, sehen sich Stadtrat und Stadtverwaltung gezwungen, das Bad zu schließen. Bis zur Schließung soll ein Außenbecken an die Volksschwimmhalle im Peseckendorfer Weg gebaut werden.

Oschersleben. Der Stadtrat Oschersleben hat bei seiner Sitzung am Mittwoch nach einem Antrag von René Herbert (Stadtfraktion) beschlossen, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die sich mit der Zukunft der Bäder beschäftigt. In der Arbeitsgruppe werden je ein Vertreter der Ratsfraktionen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung vertreten sein.

Wie Herbert seinen Stadtratskollegen berichtete, haben er sowie die Räte Rüdiger Breier (CDU) und Ulrich Hoppe (Linke) kürzlich zusammen mit Schwimmbadleiter Jörg Doil die Technik des Freibades an der Breitscheidstraße besich-tigt. Und seien zu dem Schluss gekommen, dass die Badesaison in diesem Jahr noch möglich ist. Im Jahr 2012 werde das Freibad dann nicht mehr öffnen können. "Es sei denn, wir oder ein Investor stecken Millionen von Euro in die Sanierung der maroden Technik", verdeutlichte Herbert. Seiner Einschätzung nach stamme ein Großteil der Technik des Freibades noch aus der Zeit, als das Bad gebaut wurde.

Da der benötigte Geldsegen nicht zu erwarten ist, hat sich der Stadtrat entschlossen, mit der Arbeitsgruppe die Zukunft der Bäderlandschaft in Oschersleben auszuloten. Mit dem Ziel einen Weg zu finden, wie in der Bodestadt ein ganzjähriger Badebetrieb möglich ist. Der Plan sieht vor, die Volksschwimmhalle im Peseckendorfer Weg mit einem Außenbecken auszustatten, so dass dort das gesamte Jahr über gebadet werden kann. Bis das Außenbecken gebaut sei, soll im Sommer noch im Freibad gebadet werden können. So lange, wie die Technik es ermögliche.

"Der entscheidende Punkt wird sein, wie wir den Anbau finanziert bekommen", verdeutlichte CDU-Fraktionsvorsitzender Torsten Schubert. Auch das wird die Arbeitsgruppe auszuloten haben.

In der Bürgerfragestunde hatte zuvor Gisela Kahmann aus Hadmersleben eine Lanze für das Freibad gebrochen. "Welche Möglichkeiten gibt es, das Bad zu erhalten?", hat die 75-Jährige, die im Sommer regelmäßig in der Breitscheidstraße schwimmt, den Stadtrat gefragt. "Ein Aufruf an alle Bürger, vier mal in der Woche baden zu gehen. Dann haben wir eine bessere Kostendeckung", hatte Bürgermeister Dieter Klenke (parteilos) der früheren Lehrerin für Sport und Deutsch geantwortet.

Die Schließung des Freibades ist auch Bestandteil des Haushaltskonsolidierungsprogramms, das der Stadtrat im Zuge der Etatdebatte beschlossen hatte. Allerdings erst für das Jahr 2013. Die Stadt erhofft sich dadurch Einsparungen von jährlich 84 100 Euro.

Über die Schließung des Freibades muss der Stadtrat noch einen gesonderten Beschluss fassen.