Ein knapp ein Kilometer langer Asphaltstreifen kann durchaus verzücken. Dann nämlich, wenn er eine sinnvolle und gewünschte Maßnahme darstellt. Der neue Fuß- und Radweg zwischen Siegersleben und Ovelgünne ist so ein Projekt, dessen vorläufiger Abschluss am Sonnabend in beschaulichem Rahmen gefeiert wurde.

Siegersleben/Ovelgünne. Dass eine Woche nach der Landtagswahl keine Minister, Staatssekretäre oder Abgeordneten mehr kommen würden, um der kleinen feierlichen Zeremonie am Rande der Bundesstraße 246a beizuwohnen, war den Beteiligten von vornherein klar. Und es war ihnen auch recht so, denn immerhin werden sie die Hauptnutzer des neugeschaffenen Verbindungsweges sein. Und sie waren es auch, die das Bauprojekt letztlich vorangetrieben haben.

Da verwunderte es kaum, dass Siegersleber, Ovelgünner und auch Eilsleber zur offiziellen Einweihung erschienen waren und die 800 Meter lange Strecke auch gleich ersten Belastungstests unterzogen. Benno Wierzioch aus Eilsleben konnte es kaum abwarten, bis er sich mit seinem Rennrad in die Spur machen durfte. Ungeduldig lauschte er zusammen mit rund 30 weiteren Gästen den kurzen Ausführungen von Bürgermeister Manfred Jordan und den Worten des ehemaligen Ovelgünner Bürgermeisters, Werner Jahnke. Diesem wurde von der Feuerwehr des Ortes noch eine scherzhafte Überraschung bereitet, in dem er ein blaues Straßenschild mit dem weißen Schriftzug "Werners Radweg" überreicht bekam.

Kostenpunkt mehr als 200 000 Euro

Doch dieses Projekt habe mehrere Väter gehabt, betonte Jahnke auch die gute Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Bau und der bauausführenden Firma bei dem vergleichsweise kostspieligen Unterfangen. "Tatsächlich wurden hier bislang 206 000 Euro verbaut", erklärte Manfred Jordan und ergänzte: "Es wird sicher noch die ein oder andere Bepflanzung am Rand hinzukommen." Jordan schätzte, dass nach Abschluss aller Arbeiten Investionen in Höhe von 220 000 Euro zu Buche schlagen. Zugleich stellte der Bürgermeister weitere derartige Ausbaumaßnahmen in Aussicht: "Es wäre sicherlich begrüßenswert, wenn auch die weiteren Ortsteile der Gemeinde Eilsleben im Zuge des Radwegebaus miteinander verbunden werden, von hier aus also nach Druxberge und Drackenstedt. Allerdings ist das immer auch eine Frage des eigenen Geldes und von Fördermitteln abhängig."

Einen wichtigen Aspekt, den die neue Seitenstrecke mit sich bringt, unterstrich Werner Jahnke: "Es ist ja nicht nur ein Radweg, sondern auch für Fußgänger gedacht, die nun zum Beispiel eine sichere Möglichkeit haben, von Siegersleben aus zum Bahnhof nach Ovelgünne zu gelangen. Bislang war es ja doch sehr gefährlich entlang der Bundesstraße zu gehen."

 

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