Mit der beschaulichen Ruhe rund um die Sülldorfer Kirche ist es für einige Wochen vorbei. Für geschäftige Unruhe sorgen Bauarbeiter. Sie kümmern sich um die Fassade und die Feuchtigkeit, die dem Gotteshaus zu schaffen macht.

Von Yvonne Heyer

Sülldorf. Ein tiefer Graben zieht sich um die Sülldorfer Kirche. Bauarbeiter der Fachwerkstatt für Denkmalpflege Paul Schuster aus Magdeburg haben die alten Mauern bis auf den Grund freigelegt. Das altehrwürdige Gotteshaus muss im wahrsten Sinne des Wortes trockengelegt werden. Bis in das Innere ist die Feuchtigkeit längst vorgedrungen. Die Kirche ist leergeräumt, das Gestühl fehlt. Der durchdringende Geruch nach Nässe und Fäulnis ist jedoch geblieben. Der gesamte Holzfußboden aus der Kirche ist entfernt, denn er war gänzlich verfault. Der Putz, der ohnehin schon sehr von den Wänden gebröckelt war, ist bereits abgeschlagen. Die Kirche muss innen erst einmal richtig austrocknen, ehe ein neuer Putz aufgebracht werden kann. Zumal noch ungewiss ist, wann genügend Geld für einen neuen Innenputz vorhanden ist.

In einem der Gräben, die sich um die Kirche ziehen, ist Maurer Mario Schmidt dabei, einen Sanierputz auf die alten Steine aufzutragen. Seit gut einer Woche sind die Bauarbeiter vor Ort.

Auf den Sanierputz kommt später nach dem Abtrocknen noch eine Dichtschlemme zur Mauerwerksabdichtung, erklärt der Fachmann. Von Mario Schmidt ist weiter zu erfahren, dass der Graben später mit Ton und einer Trockenschüttung verfüllt wird, um die Feuchtigkeit vom Gebäude gänzlich abzuhalten. Schließlich wird St. Martin zu Sülldorf auch einen neuen Außenputz bekommen. Nicht zum ersten Mal ist die Sülldorfer Kirche eine Baustelle. In den vergangenen Jahren konnte im Rahmen mehrerer Bauabschnitte eine Menge unternommen werden, um die kleine Dorfkirche gänzlich vor dem Verfall zu bewahren. So hat die Kirche bereits ein neues Dach bekommen. In einem anderen Bauabschnitt wurde die ehemalige Patronatsloge zur Winterkirche und zum Gemeinderaum umgebaut.

Die weitere Sanierung der Sülldorfer Kirche St. Martin konnte einmal mehr in Angriff genommen werden, weil es gelang, Fördermittel aufzutreiben. Wie der zuständige Pfarrer Raimund Müller-Busse berichtet, waren die Anträge an das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) und aus dem LEADER-Programm erfolgreich beschieden worden. Aufgestockt wurden die Fördermittel durch Gelder aus dem Kirchenkreis Egeln und durch Eigenmittel aus dem Kirchspiel "Im Sülzetal". Somit ist die Investitionssumme von 90 000 Euro abgesichert.

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