Fünf Sommer und Winter gehen noch ins Land, ehe in Hötensleben die "größte Geburtstagsfeier seit tausend Jahren" über die Bühne geht. Doch so ein einmaliges Jubiläum will wohl vorbereitet sein. Erste Überlegungen dazu strengte der Umwelt- und Kulturausschuss der Gemeinde dieser Tage an.

Hötensleben. Zentrales Thema bei der jüngsten Versammlung des Gremiums in der Heimatstube war die 1000-Jahr-Feier der Gemeinde Hötensleben. 2016 wird es soweit sein, dass das Dorf nach offizieller Lesart vierstellig jubiliert. "Die Anwesenden waren sich darüber einig, dass die Feierlichkeiten eine große Bedeutung für den Ort, auch seine Ortsteile und natürlich für seine Bürger haben", freut sich Ausschussvorsitzender René Müller über einen gelungenen ersten Schritt. Betont aber auch: "Die Vorbereitungen sind ein langwieriger Prozess und sollen daher schon in diesem Jahr beginnen." Eine heftige Herausforderung werde die Planung in dem zunehmend schwierigen finanziellen Umfeld, in das die Gemeinde quasi machtlos manövriert werde.

"In einer Art Brainstorming wurden während der Sitzung erste Ideen gesucht, wie eine Umsetzung möglich ist. Dabei war auch der Hintergrund entscheidend, dass von der Gemeinde selber nicht viel zu erwarten ist, da vieles auf eine Haushaltskonsolidierung in den nächsten Jahren hindeutet", unterstreicht Müller, dass die prekäre Finanzlage "leider wohl ein sehr vordergründiges Thema" sein wird.

In diesem Zuge wurden Vorschläge zur Verbesserung der Einnahmesituation der Gemeinde geäußert, so etwa die Bereitstellung von Flächen für Windparks oder Photovoltaikanlagen. "Dabei ginge es natürlich nicht allein um das Hinarbeiten auf das Jubiläum, sondern um eine generelle Lösung, damit die Vereine und die Kultur im Ort nicht gänzlich vernachlässigt werden", so René Müller.

Einigkeit erzielte der Ausschuss über die Gründung einer Stiftung, in die – ähnlich einem Sponsorenpool – die Mittel für die Realisierung der 1000-Jahr-Feier fließen. Unabhängig von den Gemeindegeldern, die vielleicht vorhanden sind oder generiert werden können, dürfte der Großteil der flüssigen Festivitätsmittel von Spenden und Sponsoren gespeist werden, was nicht zuletzt einer aktiven Organisation bedarf. "Dazu ist es notwendig, eine Interessengruppe zu gründen, die diese Ideen umsetzt und eben auch Geldgeber gewinnt", so Müller.

"Hötensleben 1000"

Unter dem Motto "Hötensleben 1000" sollen all diese Tätigkeiten nun vereint werden. Die Gemeinde wird in diesem Zusammenhang alle ortsansässigen Vereine und Institutionen anschreiben und um Mithilfe bitten. "Aber auch alle anderen, ob organisiert oder nicht, sollen sich angesprochen fühlen mitzuarbeiten. Wir sind für jede Hilfe dankbar", ruft Müller auf. Es könne sich jeder mit Vorschlägen oder Unterstützungsangeboten bei ihm melden – alternativ auch bei Thomas Malcher.

Diese Interessengruppe wird sich zeitnah mit den dringendsten Themen beschäftigen, zuoberst freilich mit der Finanzierungsfrage. Denn die Kosten für die Feierlichkeiten in angemessener Form werden sich nach ersten Schätzungen in einem oberen fünfstelligen Bereich einpegeln, hieß es.

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