Die Bezeichnungen Ortsteil und Ortschaft sind im Zusammenhang mit der neuen Einheitsgemeinde noch gewöhnungsbedürftig. Die Volksstimme ging der Sache auf den Grund und ließ sich die "Ortsteilfrage" von der Verwaltung erklären.

Stadt Wanzleben – Börde. Volksstimme-Leser Erhard Künne aus Domersleben stellte am Lesertelefon die Frage, warum die Ortsteile der Stadt Wanzleben - Börde wie beispielsweise Seehausen oder Domersleben als Ortsteile der Einheitsgemeinde bezeichnet werden und nicht als Stadtteile?

Hauptamtsleiterin Martina Neshau hat folgende Erklärung: Ein Ortsteil ist ein abgegrenzter und mit eigenem Namen versehener Teil einer Stadt bzw. Gemeinde. In einer Gemeinde mit räumlich getrennten Ortsteilen kann - außer bei Mitgliedgemeinden von Verbandsgemeinden - eine Ortschaftsverfassung eingeführt werden. Über eine Regelung der Hauptsatzung werden die Ortschaften bestimmt. Dabei kann eine Ortschaft aus einem Ortsteil, aber auch aus mehreren benachbarten Ortsteilen gebildet werden. Beispiel Klein Wanzleben: Das Zuckerdorf ist eine Ortschaft mit einem eigenen Ortschaftsrat und einem Ortsbürgermeister. Zu Klein Wanzleben gehören die Ortsteile Meyendorf und Remkersleben. Klein Wanzleben ist wiederum ein Ortsteil der Stadt Wanzleben - Börde.

Wie handhabt die Stadt Magdeburg mit seinem eingemeindeten Orten Pechau, Beyendorf-Sohlen und Randau-Kahlenberge die Regelung? Magdeburgs Pressesprecher Marcel Reif erklärt: "Die drei eingemeindeten Ortschaften gehören zur Stadt Magdeburg und bilden ebenfalls Ortschaften mit einem eigenen Ortschaftsrat. Sie werden demnach ebenfalls als Ortschaften geführt und nicht als Stadtteile wie Sudenburg oder Stadtfeld."

Bauamtsleiter Olaf Küpper sieht die Erklärung warum beispielsweise Domersleben nicht als Stadtteil der Stadt Wanzleben - Börde bezeichnet wird, auch schlichtweg darin, weil die bauliche Verbundenheit zwischen den einzelnen Gemeinden, die sich seit Anfang 2010 zur Einheitsgemeinde zusammengeschlossen haben, fehlt.