Westliche Börde. Die neuen Schiedsdamen für die Verbandsgemeinde Westliche Börde sind Nicole Gasser aus Großalsleben und Ursula Rössing aus Kloster Gröningen. Der Verbandsgemeinderat hat die beiden zum Ende vergangener Woche einstimmig in ihre Ämter gewählt.

Schiedsfrauen bringen viel Erfahrung mit

Nicole Gasser ist 39 Jahre alt und arbeitet bei der Deutschen Bahn als Fahrdienstleiterin im Stellwerk. Dort engagiert sie sich auch im Betriebsrat sowie in der Gewerkschaft. "Ich bin immer schon ein Mensch, der Konflikte bereinigt. Ich dachte mir nun, warum ich nicht auch im Privaten dazu aktiv sein kann", sagt Nicole Gasser zu ihrem neuen Wunsch-Ehrenamt. Dass als Schiedsperson jemand gesucht wird, hatte sie im vergangenen Jahr aus der Zeitung erfahren und sich beworben.

Ihr zur Seite steht dabei Ursula Rössing aus Kloster Gröningen. Die 62-Jährige hat 35 Jahre Arbeitserfahrung und als Industriekauffrau unter anderem bei Bodeta in Oschersleben sowie in einer Fleichwarenfabrik in Halberstadt gearbeitet. Nach der Wende war sie viele Jahre als Sachbearbeiterin bei der Arbeitsagentur tätig. Sie sagt heute: "Ich kenne den Handel und die Industrie und bin insgesamt in vielen Bereichen zuhause. Auch Kenntnisse im Vertragswesen habe ich gesammelt." Sie musste auch in Gesetzestexten Bescheid wissen.

Und in all ihren Berufsjahren hatte sie immer mit Menschen zu tun. "Ich denke, ich bin für diese Aufgabe gut gewappnet", denkt die gebürtige Kloster Gröningerin deshalb. "Wir sollen schlichten und die Parteien wieder zueinander führen - das ist die Kunst." Jetzt aber müsse man sich in die neue Aufgabe noch fachlich einlesen.

Die beiden Damen waren schon bei einem zweitägigen Seminar. Dort konnten sie nicht nur die neue Materie, sondern sich auch gegenseitig etwas kennenlernen. Denn für die nächsten fünf Jahre sind sie nun ein Team. Beide schauen gespannt auf diese Zeit, die ihnen zunächst noch viele weitere Schulungen bescheren wird. "Das braucht man aber auch dafür", ist Nicole Gasser froh, dass sie auf diese Weise für ihre neue Aufgabe vorbereitet wird. Ursula Rössing hofft: "Schön wäre, wenn sich dann auch der Erfolg einstellt."

Die beiden Frauen lösen damit die langjährig tätigen, bisherigen Schiedsdamen, Friederike Eichstaedt und Marlen Eisemann, ab. Deren Amtsperiode war zuende und sie wollten nach 10 und 20 Jahren in dieser Tätigkeit die Aufgaben in neue Hände geben.

Schiedsstelle über die Verwaltung erreichbar

Nicole Gasser und Ursula Rössing nehmen die Herausforderung an und sind nun die Ansprechpartner bei Streitigkeiten zwischen Nachbarn oder bei anderen Konflikten, bei denen die Beteiligten einen Schlichter suchen, statt einen Richter.

Wer die Schiedsstelle anrufen möchte, wendet sich an die Verwaltung in der Westlichen Börde, Marktstraße 7 in Gröningen. Die Rufnummer lautet (03 94 03) 91 10.

Bilder