Für die Gäste des Oschersleber Freibades wird es möglicherweise die letzte Saison sein, in der sie sich ins kühle Nass stürzen können. Das Oschersleber Freibad soll vermutlich im Jahr 2012 geschlossen werden, weil die alte Technik nicht mehr mitspielt. Volksstimme fragte bei den Oscherslebern nach, wie sie darüber denken.

Oschersleben. Dass es schon im nächsten Jahr keine Badeanstalt mehr in der Stadt Oschersleben geben soll, stößt auf unterschiedliche Meinungen der Bodestädter. Sergej Lutz findet die geplante Schließung nicht gut, da er im Sommer ein regelmäßiger Besucher des Freibades ist. Der 14-Jährige sagt: "Ich finde es total doof! Im Sommer war ich fast jeden Tag dort!" Seine Altersgenossinnen Svenja Grünberg und Marisa Wiegel sehen das ähnlich. "Es ist nicht gut, da kaum noch Veranstaltungen und Attraktionen in Oschersleben vorhanden sind, wir im Sommer nichts mehr zum Abkühlen haben und es eigentlich recht gut besucht war."

Es gibt aber auch andere Stimmen dazu – sogar von jungen Leuten. Die 14- bis 16-jährigen Jungen Melvin Köllmer, Maurice Kunschke und Christian Kluge sagen zum Beispiel, dass eine Schließung besser sei. "Das Bad zu schließen, ist eine sehr gute Idee. Es ist heruntergekommen! Wir wollen stattdessen einen Skatepark für Groß und Klein." Aber so eine spezielle Vorstellung werde wohl ein Wunschtraum bleiben.

"Durch die Schließung des Freibads fällt den Kindern und Jugendlichen die nächste Freizeitmöglichkeit weg", ist sich Kerstin Wollner dagegen sicher. Die 43-jährige Oschersleberin hat andererseits Verständnis für die Stadt. Der Stadthaushalt steckt in den roten Zahlen. Kerstin Wollner schlägt deshalb vor, zunächst Eintrittsgelder zu erhöhen und Spenden zu sammeln, anstatt gleich die Pforten des Bads zu schließen.

Tatsächlich wurde schon eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. In dieser Arbeitsgruppe sitzen Vertreter der Stadtverwaltung und Vertreter des Stadtrates. Zunächst prüft die Gruppe, ob ein Außenbecken an die Volksschwimmhalle im Peseckendorfer Weg gebaut werden kann, so dass dort ein ganzjähriger Badebetrieb möglich wäre. Aber auch dieser Plan kostet viel Geld, die Finanzierung ist noch nicht gesichert.

Das Freibad wird nicht nur von den Oscherslebern genutzt, sondern auch die Auswärtigen besuchen in der Sommerzeit oft die Bäderlandschaft in der Breitscheidstraße. Die beiden 14-jährigen Mädchen Jana Nitsch und Dajana Auerswald sind ebenfalls dagegen, das Traditionsbad zu schließen. "Wir sind beide nicht aus Oschersleben, und in der Umgebung gibt es wenige Freibäder. Bei einer Schließung würde dann noch eines ins Wasser fallen."

Nicht zu vergessen ist, dass viele Erinnerungen der Oschersleber an ihrem mehr als 40 Jahre alten Freibad hängen. Die ältere Generation blickt oft zurück und denkt gerne an die alten Badeerlebnisse, so wie der 55-jährige Hans-Werner Feßel. Der Oschersleber ist mit dem Freibad aufgewachsen und war bei der Eröffnung dabei. Er selber ist hier jahrelang geschwommen. Feßel würde am liebsten diese Oschersleber Attraktion behalten.

Zwar spart die Schließung, wenn es im Jahr 2012 tatsächlich soweit kommen sollte, der Stadtkasse Geld, bringt aber auch eine Menge trauriger Gesichter. Über die Schließung des Freibades muss der Stadtrat noch in einem gesonderten Beschluss abstimmen. Dieser endgültige Beschluss zum Freibad-Aus ist noch nicht gefasst.

   

Bilder