Der Umbau des alten Hötensleber Rathauses zu einem sozialen und kulturellen Dorfzentrum soll noch bis Mitte des Jahres abgeschlossen werden. Das EU-Förderkonzept "Leader" finanziert 250 000 Euro des insgesamt 591 000 Euro teuren Projektes. Den Rest bezahlt die Gemeinde Hötensleben.

Hötensleben (VS). Die Wiederbelebung historischer Dorfkerne, der Erhalt ortsbildprägender Bausubstanz und die Förderung dörflichen Gemeinschaftslebens – die Sanierung des alten Rathauses von Hötensleben erfüllt gleich drei Förderkriterien des EU-Konzeptes "Leader" auf einen Schlag. Einen Steinwurf von der wunderschönen, barock ausgestatteten Bartholomäuskirche mit den angrenzenden schmucken Fachwerkhäuschen entfernt, steht das Rathaus mitten im Dorf. Im Jahre 1580 von Hans von Bartensleben als "Wolfsburgisches Armenhaus" erbaut, diente das Gebäude der Gemeinde seit 1923 als Rathaus.

Nach der für Juni 2011 geplanten Fertigstellung sollen die Hötensleber Gemeinderäte wieder im ehrwürdigen Ratszimmer tagen können. Darüber hinaus soll das Rathaus allen Hötenslebern für diverse Zwecke offenstehen. Mit viel Liebe zum Detail wird das historische Gemäuer saniert. Im Erdgeschoss entsteht laut Angaben von Bürgermeister Dieter Buchwald ein Versammlungsraum mit benachbarter Küche, den die Einwohner auch für private Feiern mieten können. Neben dem Bürgermeisterbüro werden Vereine wie der Angelverein und der Grenzdenkmalverein einziehen. Auch die Institution der Heimatstube soll hier ihr neues Zuhause finden. Räume für das Bürgerbüro der Verbandsgemeinde Obere Aller und für Sprechstunden der Sozialberatung werden ebenfalls eingerichtet. Lesefreunde können zukünftig in der Rathausbibliothek ihre Lieblingslektüre ausleihen. Moderne Sanitärtrakte lassen kaum Wünsche offen.

Das gesamte Rathaus wird behindertengerecht saniert. In die obere Etage gelangen Gäste mit einem bereits vorhandenen Fahrstuhl. Unter dem Dach werden in vier Fremdenzimmern mit je zwei Betten neue Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste geschaffen.

Die ersten Schlafgäste sollen im Juli die Teilnehmer des traditionellen Jugendworkcamps sein. Zum 14. Mal kommen dann junge Leute aus aller Welt nach Hötensleben und kümmern sich um den Erhalt des Grenzdenkmals. "Wenn wir fertig sind, können in unserem alten Rathaus alle erdenklichen Veranstaltungen stattfinden. Es war ein langer Weg, aber er hat sich gelohnt", erklärte Bürgermeister Buchwald am Montag.

Hötensleben ist Mitglied in der Lokalen "Leader"-Aktionsgruppe "Flechtinger Höhenzug". Dessen Manager Wolfram Westhus betonte: "Projekte wie diese steigern nachhaltig die Lebensqualität im ländlichen Raum.

Und genau dafür hat die EU das Förder-Instrumentarium ¿Leader‘ entwickelt. Die Hötensleber haben rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und können sich auf ein attraktives Dorfzentrum freuen."

Dass auch die kleineren Ortsteile der insgesamt fast 4000 Einwohner zählenden Gemeinde nicht allein gelassen werden, beweist ein weiteres von "Leader" gefördertes Projekt im nur vier Kilometer entfernten 400-Seelen-Dörfchen Ohrsleben. Hier investiert die Gemeinde gut 300000 Euro in den Umbau des Dorfgemeinschaftshauses. 51000 Euro für die Dach- und Fassadenerneuerung fließen aus dem "Leader"-Konzept. Im Gebäude sind ein großer Veranstaltungsraum, moderne Sanitärtrakte, Vereinsräume für den Sport, eine Küche sowie ein Kirchen- und Gemeinschaftsraum untergebracht. Auch dieses Vorhaben soll mit der Fertigstellung der Außenanlagen bis zum Juni abgeschlossen werden, versicherte Bürgermeister Buchwald.