Gleich drei Straßen konnten gestern in Wellen mit einer neuen Schwarzdecke übergeben werden. Der feierliche Scherenschnitt dürfte eine der letzten Amtshandlungen von Ortsbürgermeister Holger Stahlknecht gewesen sein. Gleiches trifft für Landrat Thomas Webel zu.

Wellen. Als einen "denkwürdigen Tag" bezeichnete Bauplaner Heinz Ehrecke gestern den Tag des Scherenschnitts am "Burgende" in Wellen. Wann treffen sich schon einmal zwei designierte Landesminister zur Übergabe einer Dorfstraße. Wellens Ortsbürgermeister Holger Stahlknecht und Landrat Thomas Webel stehen kurz vor dem Sprung in die Landesregierung, der eine als Innenminister in spe, der andere als voraussichtlicher Landesverkehrminister. Beide sind tief verwurzelt in der Kommunalpolitik, der eine mehr als zehn Jahre als Ortsbürgermeister, der andere 20 Jahre als Landrat. Da wunderte es nicht, dass selbst Frank Wichmann, Geschäftsführer des Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverbandes (WWAZ), auf ein Feierbierchen vorbeischaute. Zusammen mit der Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel, den beauftragten Bauleitern und Bauarbeitern sowie Vertretern des Bauamtes der Hohen Börde schritt das angehende Ministerduo zum Scherenschnitt. Thomas Webel würdigte die Entwicklung, die Wellen in den vergangenen zehn Jahren vollzogen hat. Marksteine dabei waren der Bau des Bürgerhauses "Dorfscheune" – einschließlich des vor der Fertigstellung stehenden Scheunenflügels – die Sanierung der in freie Trägerschaft übergebenen Kita sowie das Straßenbauprogramm der Ortschaft. So gut wie alle Dorfstraßen sind inzwischen in einem passablen Zustand, einige wurden grundhaft ausgebaut, andere – wie die drei gestern übergebenen Straßen – wurden im Zuge von Reparatur- und WWAZ-Erschließungsmaßnahmen in Schuss gebracht.

Der WWAZ hatte in den Straßen Birkenweg, Burgende und einem Teilabschnitt der Dorfstraße neue Schmutzwasserleitungen verlegt und teilweise die Trinkwasserleitung erneuert. 500 Meter Hauptleitung, 200 Meter Hausanschlussleitungen und 39 Hausanschlüsse wurden im Erdreich verlegt. Hinzu kommen besagte Teilrekonstruktionen des Trinkwassernetzes. Anschließend wurden die Baugräben mit insgesamt 200 Quadratmetern Bitumendecke verschlossen. Die verbliebenen Bereiche der Fahrbahn hatte die Gemeinde mit einer Schwarzdecke verschlossen, sodass sich nach Fertigstellung ein schmuckes Gesamtbild ergibt.

Einschließlich von etwa 50 Prozent Fördermitteln für die Hauptleitungen investierte der WWAZ 250 000 Euro in die drei Straßen, die Gemeinde hat circa 30 000 Euro investiert. "Der erfolgreiche Abschluss lässt ein Auge lachen, das andere weint heute, weil uns zwei gestandene Politiker für höhere Aufgaben verlassen, die das Leben im Landkreis Börde und in der Gemeinde Hohe Börde maßgeblich geprägt haben. Aber wir hoffen, dass sie uns trotzdem treu bleiben und ihre Wiege in der Börde nicht vergessen", unterstrich Ehrecke. Dann war das erste Pils gezapft, die Sektgläser klirrten. Eine wichtige Etappe ging zu Ende – im Straßenbau zu Wellen und im Leben von zwei Politikern.