Die meisten Ortschaftsräte haben sich gegen eine Änderung der Gefahrenabwehrverordnung zu Gunsten eines Leinenzwangs in ihrem Ort ausgesprochen. Im Wesentlichen, weil keine Hundeauslaufwiese bereit gestellt werden kann. Bisher hat nur Wanzleben eine Änderung befürwortet und auch Varianten für Auslaufwiesen gefunden.

StadtWanzleben–Börde. 1708 Hunde sind gegenwärtig in der Stadt Wanzleben – Börde steuerlich gemeldet. 165 von ihnen stehen bereits nach der neuen Verordnung mit Chip und Haftpflichtversicherung in der neuen Datenbank.

Einige Stadträte wollen nun weiter Ordnung in die Sache bringen und haben eine Diskussion zur Änderung der Gefahrenabwehrverordnung zugunsten eines Leinenzwangs angeregt. Der Wanzleber Ortschaftsrat hatte dies in seiner Sitzung zuerst befürwortet und auch zwei Flächen für Hundeauslaufwiesen festgelegt.

Vorschrift unabhängig von der Ortsgröße

Denn, nach dem Tierschutzgesetz müssen Städte und Gemeinden, die einen generellen Leinenzwang für ihren Ort beschlossen haben, wenigstens solche Hundeauslaufbereiche vorhalten. Egal wie klein ein Ort ist, denn zwischen dem 1. März und 15. Juli dürfen Hunde nach dem Feld- und Forstordnungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt auch außerhalb des Dorfes oder der Stadt nicht frei herumlaufen.

Nachdem bereits die Mehrheit der Ortschafträte, außer eben die Wanzleber, sich gegen einen Leinenzwang ausgesprochen haben, dürfte es im Stadtrat eine interessante Diskussion geben.

Im Wesentlichen haben die meisten Ortsträte das abgelehnt, weil sie keine Hundeauslaufwiese vorhalten können. Bisher fehlt nur noch von Hohendodeleben eine Entscheidung, weil dieser Ortschaftsrat das Thema erneut erst im Mai behandelt.

Doch auch hier scheint die Richtung klar zu sein. Ortsbürgermeister Wolf-Burkhardt Bach hatte sich zu diesem Thema bereits öffentlich geäußert: "Wir hatten uns schon am 8. Dezember mit der Thematik beschäftigt und festgestellt, dass wir in unserer Ortschaft keine Hundeauslaufwiese vorhalten können."

Stadtrat entscheidet sich frühestens im Juni

Somit könne der Leinenzwang in Hohendodeleben nicht durchgesetzt werden. An dieser Aussage wird sich vermutlich auch in der Mai-Sitzung nichts ändern.

Nachdem dann alle Ortschaftsräte eine Abstimmung vorgenommen haben, soll dazu als nächstes der Wirtschaftsausschuss am 23. Mai tagen. Von dort war auch die Diskussionsvorlage eingebracht worden, weil viele Hunde in der Einheitsgemeinde ohne Leine geführt werden.

Die endgültige Abstimmung wird vermutlich der Stadtrat frühestens in seiner Juni-Sitzung treffen. Allerdings wird es angesichts der fehlenden Hundeauslaufwiesen in den Ortsteilen keinen generellen Leinenzwang in der Einheits- gemeinde geben können.

Was vorstellbar wäre, aber genauso auch vom Stadtrat beschlossen werden müsste, wäre ein Leinenzwang nur für den Ortsteil Wanzleben. Hier gibt es schließlich Auslaufwiesen.