In Seehausen sind gestern fünf Wappen-Platten aus Metall mit dem Titel "Stadt Seehausen " in Richtung aller fünf Einfahrten des Kreisels angebracht worden. Die Platten wurden mit Lasertechnologie angefertigt und dem Ort gesponsert. Obwohl Seehausen seit der Eingemeindung offiziell nicht mehr den Titel "Stadt" im Ortsnamen tragen darf, steht über jedem einzelnen Wappen "Stadt Seehausen". Der Kreisel war im Sommer 2010 fertig gestellt worden.

Seehausen. Wenn es um den Titel "Stadt Seehausen" in der Benennung der Ortschaft als Teil der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben - Börde geht, kommt Eckhard Jockisch richtig in Fahrt. Der Ortsbürgermeister kann nach wie vor nicht verstehen, warum sich der Ort nicht "Stadt Seehausen" als Ortschaft der Stadt Wanzleben – Börde nennen darf. "Könige und Kaiser konnten der Stadt Seehausen ihren Titel nicht nehmen, die Gemeindegebietsreform schon", meint er und schüttelt dabei verständnislos den Kopf. Die Politik habe die Seehäuser in Bezug auf das Behalten der Bezeichnung Stadt einfach links liegen lassen.

Umso mehr könnten die fünf am Kreisel angeschraubten Edelstahlplatten nun als stiller Protest gewertet werden. Denn über jedem einzelnen Wappen steht die Bezeichnung "Stadt Seehausen". So wie es bereits seit 1197 war, als sich Seehausen das erst Mal als Stadt bezeichnen durfte. Der Beschluss, an der neuen Kreiselmauer alle fünf Zufahren mit dem Seehäuser Wappen zu versehen, war jüngst vom Ortschaftsrat gefällt worden. Die Bauarbeiter hatten beim Mauern der Insel im vergangenen Jahr bereits entsprechende Nischen vorbereitet. Gestern konnten Reinhard Kühn und Hans-Werner Rudloff nun die Schilder anbringen. Die blauen Untergrundschilder sowie die fünf in Metall-Platten gelaserten Wappen waren von der Nußbaum-Hydraulik GmbH angefertigt und gesponsert worden.

Das "i"-Tüpfelchen der Kreiselgestaltung soll in der Insel-Mitte aufgebaut werden. An einer gleichschenkligen massiven Dreieckssäule, die etwa 1,80 Meter hoch sein wird, sollen die Seehäuser Wahrzeichen, wie der Schneiderturm, die Pauls- und Laurentiuskirche, der Lange Stein oder die Warte, eingelasert werden. Für die Beleuchtung jenes Hohlkörpers seien bereits Elektrokabel verlegt worden, sagte Jockisch. "Wann dieses gestalterische Element kommt, steht aber noch nicht fest", so der Ortsbürgermeistergestern. Rund hundert Seehäuser hatten an der Eröffnung des Kreisverkehrs im Juli vergangenen Jahres teilgenommen. Insgesamt waren rund 1,7 Millionen Euro durch das Land, die Stadt und den TAV investiert worden. Zu diesem Zeitpunkt war noch unklar, welche Elemente konkret den Kreisel zieren würden.

Das Wappen zeigt den Heiligen Mauritius in der Rüstung, in der Rechten ein Schwert mit der Klinge nach oben haltend, die Linke auf ein Schild gestützt, worauf sich eine Seerose mit ihren Blättern befindet.

   

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