Der Kulturausschuss der Hohen Börde unterstützt den Hilferuf des Ackendorfer Ortsbürgermeisters Martin Plate und dessen Forderung nach Ein-Euro-Jobbern für das Dorfmuseum. Plate erneuerte am Montag in Hermsdorf im Kulturausschuss seine Forderung, die er zuvor in der Volksstimme öffentlich gemacht hatte.

Hermsdorf/Ackendorf/Hohe Börde. In der vergangenen Woche hatte Plate gegenüber der Volksstimme von seinem Dilemma berichtet. "Im Gegensatz zu den Vorjahren werden wohl nach dem gegenwärtigen Stand im Jobcenter der Arge keine Ein-Euro-Jobber auf dem Museumsgelände wirbeln", erklärte Plate im Kulturausschuss. "Laut Angaben des Jobcenters stehen keine geeigneten Personen zur Verfügung, die auch entsprechend den gesetzlichen Vorgaben eingesetzt werden könnten", erklärte Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel am Montag.

Das wollte Plate nicht recht glauben. Denn: "Es stehen im Dorf Leute Gewehr bei Fuß, die sofort loslegen könnten. Wir wollen das Museum bald öffnen. Dazu muss viel Arbeit erledigt werden, die von ehrenamtlichen Helfern allein einfach nicht geschafft werden kann. Angesichts der Bedeutung unseres Museums für die ganze Region halte ich es für vertretbar, sich für eine oder mehrere geförderte Arbeitskräfte im Museum stark zu machen. Gleiches trifft für die Vollendung der Ackendorfer Dorfchronik zu."

Schützenhilfe bekam Plate im Kulturausschuss vom Niederndodeleber Gemeinderat Peter Nellen. Der hatte in der Volksstimme von den Ackendorfer Problemen gelesen, sich auf die Socken gemacht und war durch die rappelvolle Museumsscheune gestiegen: "Ich wollte mir einmal selbst ein Bild machen, was sich hinter dem gepriesenen Kleinod verbirgt. Und es hat mich ehrlich umgehauen. Eine solche Fülle von phantastischen Ausstellungsstücken, mit so viel Akribie und Liebe zum Detail restauriert, hätte ich nie erwartet. So ein Museum mit – wie ich erfahren habe mehr als 2700 Exponaten – kann ein Kulturausschuss nur unterstützen. Da muss die Verwaltung noch einmal genau nachhaken. Es kann nicht sein, dass solch eine Perle untergeht. So eine Kostbarkeit muss für unsere Besucher zum Strahlen gebracht werden", erklärte Nellen.

Er ging über die Ein-Euro-Jobber-Problematik hinaus und schätzte ein: "Im Außenbereich müsste auch dringend etwas getan werden. Die aufwändige Pflege vieler der ausgestellten Ackergeräte ist nur nötig, weil nicht ausreichend Unterstellmöglichkeiten vorhanden sind. Da muss sich im nächsten Haushaltsjahr, wenn es der Gemeinde wieder besser geht, dringend etwas tun. Das braucht gar nicht so viel Geld. Ich gehe von etwa 3000 Euro aus, den Rest kann man mit eigenen Kräften erledigen. Das habe ich jedenfalls so in dem sehr anregenden anderthalbstündigen Rundgang mit Martin Plate verstanden. Wir müssen da was tun. Das ist ein Schatz der Gemeinde."

Die Verwaltung der Gemeinde wurde vom Kulturausschuss beauftragt, die Anträge für Beschäftigungsmaßnahmen zu erneuern und Kontakt zum Jobcenter aufzunehmen.