Neubrandsleben. Kurz vor Ostern haben unbekannte Täter auf dem Rastplatz für Wanderer und Radfahrer an der Birkenquelle im Hohen Holz zwischen Neubrandsleben und Altbrandsleben Sitzgelegenheiten zerstört und eine gesamte Garnitur gestohlen. Auch rissen sie die Hinweistafel, die über den historischen Hintergrund des Steines der Sozialisten informiert, aus der Verankerung. Der Landkreis Börde als Eigentümer des Waldes und der baulichen Anlagen an der Birkenquelle hat Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung gestellt.

Beschäftigte der Kommunalen Sanierungsgesellschaft (KSG), die das Naherholungsgebiet im Auftrag des Kreises regelmäßig pflegt, haben die Teile der Sitzgarnitur zunächst geborgen und sicher untergestellt. "Jetzt nach Ostern werden wir sie wieder aufbauen", sagte Wolf-Burkhard Bach, Stützpunktleiter der KSG in Oschersleben. Für ihn stehe fest, dass die Täter die Sitzgarnituren gezielt demontieren und später woanders wieder aufbauen wollten.

"Der Vandalismus im Hohen Holz nimmt zu", musste auch Gerald Hering, Mitarbeiter der Kreisverwaltung und dort verantwortlich für den Wald, feststellen. Gerade die Gestaltung der Birkenquelle mit Sitzmöglichkeiten war bei Wanderern und Radfahrern, die sich im Hohen Holz erholen und dort rasten wollen, sehr beliebt. Die Erholungsstätte "ist von der Allgemeinheit für die Allgemeinheit geschaffen worden". Deshalb sei die Zerstörung oder der Diebstahl von Teilen umso verwerflicher.

Nach Herings Einschätzung nimmt im Hohen Holz ebenso der Holzdiebstahl zu. Im nördlichen Teil des Waldes bei Gehringsdorf seien immer wieder die Schlösser geknackt, um die Schranken zu öffnen, die die Zufahrt in den Forst versperren. Durch diese Zufahrten würden die Holzdiebe in den Wald einfahren und die Stämme aufladen, um sie dann illegal weiterzuverkaufen. "Wir haben die Polizei schon um Amtshilfe gebeten, um diesen Kriminellen das Handwerk zu legen", berichtete Hering. Als Ursache für die angestiegenen Fälle von Holzdiebstahl nimmt der Kreisverwaltungsmitarbeiter die angezogenen Energiepreise an. Um die Holzstämme vor dem Holzdiebstahl zu schützen, sei der Einsatz von Mikrochips wie in den südlichen Landesteilen Sachsen-Anhalts auch im Kreis Börde denkbar.

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