Noch recht jung ist der Altenweddinger Kirchbauverein. Am kommenden Sonntag kann der Verein aber schon sein erstes Projekt präsentieren. Ein alter Taufstein bekam wieder ein Dach über den Kopf, fand nun seinen Platz in der neu geschaffenen Taufkapelle.

Altenweddingen. Der Eingangsbereich der Altenweddinger Kirche ist völlig neu gestaltet. Wie aber sah es vorher hier aus? Die Erinnerung daran ist schon "weg". "Und daran sehen Sie, dass auch Sie wie viele andere Bürger auch diesen Raum wirklich nur als Durchgang in die Kirche gesehen haben", meint Pfarrer Wolfgang Löbe.

Verschwunden sind die "Bretterverschläge", die Fenster sind genauso wieder sichtbar wie die "Küsterstiege", die hinauf auf die Empore, zur Orgel und auf den Turm führt.

Die Wände sind hell gestrichen, in ihrer groben Struktur belassen. Und damit wird auch ein altes Tonnengewölbe wieder sichtbar.

45 Jahre stand der Stein unter freiem Himmel

Und genau hier in dieser neu geschaffenen Taufkapelle fand der Taufstein einen neuen Platz. Beinahe genau 45 Jahre stand der Stein unter freiem Himmel vor der Kirche. Der alte Sockel dort draußen kann noch berichten, dass Pfarrer Vibrans mit eigenen Händen diesen Platz geschaffen hat. Vermerkt ist auch das Datum: 3. Oktober 1966.

Vermutet wird, dass der Taufstein aus dem 13. Jahrhundert stammt. Als in den Jahren 1835 bis 1837 eine neue Kirche gebaut wurde, wurde der Taufstein der Kirche "verwiesen", ja sogar zerschlagen. Die Reste landeten im großen Pfarrgarten. Erst in den 60er Jahren wurde der Stein wieder zusammengesetzt und nahm besagten Platz vor der Kirche ein.

Sakraler Raum für kleinere Andachten

Schon länger gab es Bemühungen, den Stein vor Wind und Wetter zu schützen, ihm ein Dach über dem Kopf zu geben. Und mit Gründung des Kirchbauvereins konnte dieses Vorhaben im Zusammenspiel von Kirchengemeinde und Verein in die Tat umgesetzt werden. So stand im vergangenen Jahr das Kirchenfest unter dem Motto: "Wir geben dem Taufstein ein Zuhause", und die ersten Vorstellungen, wie dieses Zuhause aussehen könnte, wurden vorgestellt.

In den vergangenen Wochen und Monaten haben Handwerker ganze Arbeit geleistet. "Der Kirchbauverein hat das Projekt initiiert und sicher auch eigene Gelder zum Einsatz gebracht. Andererseits sind es die Leistungen der örtlichen Handwerksbetriebe, die ihre Arbeitsleitung sponserten. Hier sind in jedem Fall die Firmen Rogge, Weißkopf, Elektro-Hauer und Neppe zu nennen", meint Kirchbauvereinsvorsitzender Ulrich Hartmann. Und nicht nur Ulrich Hartmann und sein Stellvertreter Henning Rogge zeigten sich gestern mit dem Ergebnis zufrieden, auch wenn der Raum noch nicht vollendet ist.

Der Fußboden ist "neu", hier kamen alte Fußbodenplatten wieder zum Einsatz. Die Bänke haben die Handwerker gestern eingesetzt, auch an den Fenstern wurde noch gearbeitet.

Der Taufstein bekam einen neuen Sockel. Er entstand nach einem Entwurf des Dodendorfer Bildhauers Klaus Thiede. Gefertigt hat den Sockel letztendlich eine Fachfirma für Denkmalschutz aus Magdeburg.

Einweihung wird mit zwei Taufen gefeiert

Mit dem Schaffen der Taufkapelle im Eingangsbereich der Kirche wurde eine alte Symbolik – die Taufe als Eintritt in die Kirche zu sehen – wieder aufgegriffen und zugleich im einstigen Eingangsbereich ein sakraler Raum geschaffen. Hier können auch kleinere Andachten gehalten werden.

Am kommenden Sonntag wird der Taufstein mit einem Gottesdienst ganz offiziell "in Betrieb genommen". Dazu gehören übrigens auch zwei Taufen. Der Gottesdienst beginnt um 14 Uhr.

Der Gottesdienst am Sonntag ist nicht nur wegen der Taufsteineinweihung etwas Besonderes. Am Sonntag wird zugleich das "kleine Ostern" gefeiert. Diese Tradition ist einzigartig in Altenweddingen und Umgebung.

Nach dem Gottesdienst können die Kinder noch einmal bunte Eier suchen, anschließend gibt es für Groß und Klein Kaffee und Kuchen.