Feuerwehrfusionen als geeignetes Mittel für Kostenersparnis? Auch, weil diese Option hier und da schon mal im Verbandsgemeinderat angeschnitten wurde, hat Volksstimme sie für die Leserumfrage in der Oberen Aller aufgegriffen (siehe unten).

Obere Aller. Ausrüstung, Ausbildung, Betriebskosten – das Unterhalten einer Feuerwehr ist kein billiges Unterfangen. Zentralisierung, also das Zusammenziehen mehrerer Standorte oder – anders ausgedrückt – das Schließen vornehmlich kleinerer Wehren, erscheint dem kostenbewussten Sparfuchs da ein probates Mittel. Oder etwa nicht?

"Es gibt keinerlei Planungen diesbezüglich", ist Frank Frenkel in seiner Eigenschaft als Verbandsgemeindebürgermeister und Dienstherr der Feuerwehren um Ruhe bemüht. "Im Gegenteil, wir wollen alle Ortswehren mitnehmen und gezielt mit Aufgaben betrauen. Das alles geschieht im Zuge der Risikoanalyse, an der wir derzeit arbeiten – und wir werden auch danach nicht vordergründig diese Diskussion um Schließungen oder Fusionen führen." Der Kostenfaktor sei zwar gegeben, so Frenkel, aber Vorrang genieße der Bereich Brandschutz und Sicherheit. "Und dabei sind nicht zuletzt auch gesetzliche Vorschriften zu beachten, etwa die Zwölf-Minuten-Ausrückzeit."

Nicht jeder im Gemeinderat sieht das so unzweifelhaft. Angesichts von 17 Ortswehren, die räumlich oft nicht weit voneinander getrennt sind, sei Einsparpotenzial vorhanden. Weniger Neuanschaffungen, weniger Energieverbrauch, weniger Aufwandsentschädigung gingen mit Fusionen einher.

Doch auch weniger Engagement und Teilhabe am gesellschaftlich-kulturellen Leben in den Orten, wie Gemeindewehrleiter Reinhard Breitfelder betont: "Das wäre aus meiner Sicht der falsche Weg und nicht im Sinne der vielen hingebungsvoll tätigen Kameraden." Unisono mit Frenkel stellt Breitfelder außerdem klar: "Wir verfolgen eine eindeutige Philosophie: keine Schließungen! Jeder Kamerad ist wertvoll, und auch die kleinen Wehren sorgen für einen Grundschutz." Um aktuellen Problemen entgegenzuwirken, strebe man "überkommunale Kooperationen" mit Nachbargemeinden an. Neben diesen Vereinbarungen werde es keine Kostenexplosion geben, da "eine totale Aufrüstung für jede Ortswehr nicht nötig ist". Auch für die Gewährleistung der Tagesbereitschaft würden konkrete Einsatz- und Alarmierungspläne erstellt, die ortsüber- greifend funktionieren.

   

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