Sülzetal. Der Hauptausschuss hat per Abstimmung beschlossen, dass zur Gemeinderatssitzung am 5. Mai das Schnittstellenprogramm nicht noch einmal zur Debatte stehen wird. Das Thema ist damit sozusagen abgehakt. Im Hauptausschuss selbst gab es dazu nur eine kurze Diskussion. Die Fraktionen "Mitte" und die Linke betonten nochmals, dass sich auch nach dem Gespräch mit Ex-Minister Daehre keine neuen Gesichtspunkte ergeben hätten und nach wie vor nicht klar wäre, warum der Bahnhof Landenweddingen verlegt werden müsse. Darauf antwortete Bürgermeister Erich Wasserthal, dass es momentan kein anderes Projekt gäbe und es für die S-Bahn wichtig wäre, einen neuen Kopfbahnhof zu schaffen. Die CDU-Fraktion plädiert nach wie vor dafür, das Schnittstellenprogramm nochmals im Gemeinderat zu diskutieren, auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Gemeinde Sülzetal hier ein wichtiges Projekt für die Zukunft verpasst.

Da es um die Schnittstelle und den geplanten Ausbau der Strecke Halberstadt-Magdeburg sehr kontroverse Diskussionen im Sülzetal gab, fragte die Volksstimme nochmals bei der Bahn AG nach, welche Auswirkungen die Ablehnung des Schnittstellenprogramms durch die Gemeinde Sülzetal für den geplanten Ausbau der Bahnstrecke hat. Dazu teilte die Pressestelle mit, dass das NASA-Schnittstellenprogramm keinen Einfluss auf die Deutsche-Bahn-Projekte hat, dass das Eine nichts mit dem Anderen zu tun habe. Im Rahmen der Ausbauplanung der Strecke Magdeburg-Halberstadt seien auch die Schnittstellen an den Verkehrsstationen betrachtet worden, da diese Einfluss auf den Standort der Bahnsteige und die Bahnsteigzugänge haben können.

"Originär werden diese Themen zwischen der NASA GmbH und der DB Station&Service AG behandelt, wobei der NASA GmbH die Federführung für die Gestaltung der Schnittstellen auch im Rahmen der Abstimmung mit den Kommunen obliegt", teilt die Pressesstelle weiter mit. "Die geäußerte Befürchtung der Gemeinde Sülzetal, dass mit der Realisierung des Ausbauprojektes die Haltepunkte Langenweddingen, Osterweddingen oder Dodendorf weniger angefahren bzw. ,abgehängt‘ werden, können wir nicht nachvollziehen. Hier gelten für das Angebot an Zughalten die Regelungen aus dem Verkehrsvertrag mit dem auf dieser Strecke fahrenden Eisenbahnverkehrsunternehmen, welches die Leistungen im Schienenpersonennahverkehr im Auftrag des Landes erbringt", heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Die DB Netz AG hat in den vergangenen Wochen die Planung für den Ausbau der Strecke forciert und wird im Juli dieses Jahres die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) in Betrieb nehmen.