In die Oschersleber Bäderlandschaft kommt wieder Bewegung. Die Stadt sucht nach einem Weg, wie in der Bodestadt die Möglichkeit des sportlichen Schwimmens zu erhalten ist. Eine Delegation aus Verwaltung und Stadtrat hat jetzt Hallenbäder in den Niederlanden besucht, um von den dortigen Erfahrungen zu profitieren.

Oschersleben. Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke (parteilos) und die Stadträte Torsten Schubert, Klaus Böhle (beide CDU) sowie Katrin Klenke und René Herbert (beide Stadt-Fraktion) machten sich dieser Tage auf den Weg in die Niederlanden. Ein holländisches Planungsbüro und sein Halberstädter Partner wollten der Oschersleber Delegation zeigen, wie im Nachbarland Hallenbäder geplant, gebaut und finanziert werden. Hintergrund der Reise war es, für die Bodestadt eine zukunftsträchtige Lösung in der Bäderfrage zu finden.

"Uns wurden zwei Beispiele von Hallenbädern und ihre Kosten-Nutzen-Struktur vorgestellt", sagte Bürgermeister Klenke auf Volksstimme-Nachfrage zum Inhalt des Informationsbesuchs in Deventer, knapp 80 Kilometer von Amsterdam gelegen. Dabei habe es sich nicht um Spaßbäder gehandelt, sondern um Bäder, die sportlich ausgerichtet seien. Bemerkenswert fand Klenke dabei, dass es sich um Bäder mit einem Becken gehandelt habe, die über einen Hubboden verfügten. Der könne in der Höhe verstellt werden, so dass die Bereiche für Schwimmer und Nichtschwimmer je nach Bedarf variabel seien.

"Wie geht es weiter mit unseren Bädern?", nannte Klenke die entscheidende Frage, mit der sich der Stadtrat in naher Zukunft zu beschäftigen hat. Dazu soll es eine Sondersitzung des Bauausschusses geben, bei dem alle Zahlen auf den Tisch kommen. Zielrichtung sei es nach Klenkes Worten, herauszubekommen, ob das jährliche Defizit von 600 000 Euro, das Schwimmbad und Volksschwimmhalle zusammen verursachen, ausreiche, den Kapitaldienst für einen Kredit zu decken, über den ein Badneubau finanziert werden müsse. Ob die Stadt für den Bäderbau überhaupt einen Kredit aufnehmen dürfe, müsse die Kommunalaufsicht des Kreises entscheiden. Eine Zustimmung aus der Kreisverwaltung gelte bei dieser freiwilligen Aufgabe nicht als sicher.

Die Investitionssumme der holländischen Bäder lag zwischen vier und fünf Millionen Euro, die jährlichen Besucherzahlen liegen wie in Oschersleben in beiden Bädern zwischen 60 000 und 65 000 Gästen.

Noch ist auch die Standortfrage nicht entschieden. Nach Klenkes Worten gebe es drei Möglichkeiten: Neubau einer Halle am Standort des Schwimmbades in der Breitscheidstraße, Anbau eines Außenbeckens an die Volksschwimmhalle im Peseckendorfer Weg oder Neubau an einem noch nicht bestimmten Standort. Nach Volksstimme-Information könne der in der Nähe der Motorsport Arena liegen.

Zu klären ist weiterhin, wie das neue Bad in Oschersleben zu betreiben ist. Möglich ist der Betrieb durch die Stadt selbst, eine städtische Betriebsgesellschaft oder durch die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos.

Das neue Oschersleber Bad soll kein Spaßbad werden. "Es wird keine Rutsche oder anderen Schnickschnack haben, sehrwohl aber einen Lift für Behinderte", kündigte Klenke an. Die Ausrichtung gehe vielmehr in Richtung Sport.