Die Oschersleber Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos macht weitere Fortschritte bei der Revitalisierung der Burg. Entlang des Nickelkulkes sollen jetzt Eigentumswohnungen gebaut werden.

Oschersleben "Die Bewos geht neue Wege", sagt Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft, einer 100prozentigen Tochtergesellschaft der Stadt. Im Zuge der Bebauung der Vorburg plant die Gesellschaft, entlang des Nickelkulkes straßenbegleitend Eigentumswohnungen zu bauen. Dahinter in Richtung Kernburg ist auf dem historischen Areal mit Anschluss an das Große Bruch Platz für den Bau von Eigenheimen.

Ähnlich wie das Mehrgenerationenhaus am Kreisverkehr im Seilerweg sollen die Eigentumswohnungen altersgerecht gebaut werden. Sie haben neben dem Erdgeschoss ein Obergeschoss, das mit einem Aufzug zu erreichen ist. Die Wohnungen, die zwischen 60 und 90 Quadratmeter Wohnfläche haben werden, verfügen an der Südseite über einen Balkon. "Wir wollen nachhaltig und refinanzierbar bauen. Der Kaufpreis geht bei 1500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche los", kündigt Bewos-Geschäftsführer Hans Walker an. Neben eigenem Kapital wolle die Gesellschaft über die späteren Käufer fremdes Kapital in die Realisierung des Projektes einfließen lassen.

"Der Bedarf für derartige Eigentumswohnungen ist in Oschersleben vorhanden", ist sich Bewos-Aufsichtsratschef und Bürgermeister Klenke sicher. Gerade ältere Menschen seien bereit, ihr Vermögen in Wohneigentum zu investieren. "Die Menschen wollen im Geschehen der Stadt sein, nicht am Rande, und im Alter so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben", nennt er einen Vorteil des innerstädtischen Bauens. Die kurzen Wege zum Arzt, zum Einkaufen oder zum Rathaus seien weitere Vorteile des Bauplatzes Vorburg. Wie Klenke sagt, gebe es im Rathaus Erfahrungswerte zum Bedarf von Eigentumswohnungen, die etwa bei 30 lägen. Der Wert stamme aus einer Erhebung des Bedarfs an Eigentumswohnungen, die vor Jahren an der Landhausbrücke gebaut werden sollten. Der Investor brach seinerzeit das Projekt jedoch ab. Die Stadttochter Bewos will am Nickelkulk 18 Eigentumswohnungen bauen.

2012 will die Bewos mit dem Bau der Eigentumswohnungen entlang des Nickelkulkes beginnen. Der Bau werde nach Walkers Worten über ein Konsortium erfolgen und nicht an einen Bauträger vergeben. 2012 beginne auch der Bau der Tagesklinik entlang des Seilerweges als Verlängerung des Mehrgenerationenhauses in Richtung Burg. Der Klinikbau sei bereits im Landeskrankenhausplan verankert, demnächst werde es zur Vertragsunterzeichung mit dem Betreiber, einer Klinikkette aus der Region, kommen.

Auch bei der Sanierung der Kernburg selbst kann die Bewos Erfolge melden. Im August sollen Dachsicherungsarbeiten am Frauenhaus und am Speicher beginnen. Ebenso seien die Umnutzungspläne zum Archiv in vollem Gange. "Wir machen richtig Dampf", freut sich Walker über die Erfolge bei der Revitalisierung der Burg.