Zu einer besonderen Ausbildung rückten die 13 Feuerwehren der Stadt Oschersleben am Sonnabend auf den Schützenplatz aus. In einem mobilen Brandcontainer übten sie den Gang durchs Feuer.

Oschersleben. Hardy Weidlich und Sebastian Schröder von der Oschersleber Stadtfeuerwehr sind am Sonnabend die ersten beiden Kameraden, die durchs Feuer gehen. Über eine Treppe bahnen sie sich den Weg in eine brennende Wohnung. In der einen Ecke steht ein Schreibtisch in Flammen, in einem anderen Raum brennt ein Bett. Dann das schlimmste Szenario, was bei einem Wohnungsbrand passieren kann. Durch die plötzliche Sauerstoffzufuhr durch das Öffnen einer Tür, kommt es zum Flash Over (Durchzündung). Eine gewaltige Feuerwalze bahnt sich in Sekundenbruchteilen ihren Weg entlang der Raumdecke. Weidlich und Schröder werfen sich mit ihrer etwa 20 Kilogramm schweren Ausrüstung auf den Boden und löschen das Feuer durch einen kräftigen Wasserstrahl.

Das Thermometer im Kon- trollraum des Brandcontainers zeigt 570 Grad Celsius an. "An der Decke kann es bis zu 850 Grad Celsius heiß werden", berichtet Sascha Ziesmer. Der Ausbilder von der Berufsfeuerwehr Braunschweig war mit seinem Kollegen Detlef Krügel nach Oschersleben gekommen, um die Feuerwehrleute im richtigen Verhalten im Brandcontainer einzuweisen. Mit dabei auch Herbert Förster, der die Anlage der Dräger Academy bedient und im Kontrollraum die Feuerwalzen aus den Gasbrennern auslöst und das Szenario steuert. "Ich bin das Jahr über mit dem Brandcontainer in ganz Europa unterwegs, um Feuerwehrleute auszubilden", berichtet er.

Den mobilen Brandcontainer hat der stellvertretende Oschersleber Stadtwehrleiter Carsten Loof nach Oschersleben geholt. "Ziel der Ausbildung ist es, den Kameraden ein Gefühl für die Temperaturen zu vermitteln, die bei einem Wohnungsbrand herrschen", sagt er. Das sei um so bedeutender, da gerade junge Feuerwehrleute noch keinen realen Wohnungsbrand erlebt haben. Ebenso wurde bei der Heißausbildung der Kriechgang geübt, in dem sich die Feuerwehrleute bewegen müssen. Von den 97 Atemschutzgeräteträgern, die es in den Oschersleber Feuerwehren gibt, haben sich 74 für diese Ausbildung angemeldet. "Das ist ein guter Schnitt", freut sich Loof über das Interesse an dieser heißen Ausbildung, die von der Stadt Oschersleben bezahlt wurde.

   

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