Die Verbandsgemeinde Obere Aller beteiligt sich an der Testphase für die Behördenrufnummer 115. Ab September können Bürgeranliegen über ein Callcenter an die Verwaltung gerichtet werden. Ob das Projekt in dieser Form eine Zukunft hat, erscheint fragwürdig.

Obere Aller. Die 115 gewählt – und schon die Vermittlung seiner zuständigen Verwaltung an der Strippe. So einfach und nach Vorbild der Notrufnummer funktioniert es dann doch nicht. Um via Behörden-Hotline an der richtigen, auskunftsfähigen Vorab-Stelle zu landen, bedarf es noch der Vorwahl des entsprechenden Ortsnetzes, im Fall der Oberen Aller also die 039 409 für Eilsleben. Zumindest für die Testphase wird es ohne Ortsvorwahl nicht anders laufen.

An dieser nimmt die Verbandsgemeinde vom 1. September an teil. "Der Landkreis bot den Gemeinden die Beteiligung aus einer Kooperation mit der Stadt Magdeburg heraus an. Dort ist die Behördennummer seit Dezember 2010 geschaltet. Da uns für die Testphase keine Kosten entstehen, haben wir das angenommen", erklärt Bürgermeister Frank Frenkel, sagt zugleich aber auch: "Ob sich das in einem recht kleinen Gebilde wie der Oberen Aller durchsetzt, da habe ich so meine Zweifel."

In erster Linie gehe es darum, Erfahrungswerte zu sammeln und daraus weitere Erkenntnisse für das Projekt "D115" zu ziehen.

Abbau bürokratischer Hürden, schneller Bürgerservice, gezielte Auskünfte – so einige Schlagworte sind von Behördenseite mit dem "direkten Verwaltungsdraht" verknüpft. Demnach können einfache Anfragen, Hinweise und Mitteilungen über Zuständigkeiten, erforderliche Anträge oder Unterlagen in allen Bereichen des Verwaltungswesens von den Mitarbeitern im Anrufzentrum (Servicecenter) erledigt werden. Gegebenenfalls würde eine Weiterleitung an die zuständigen Fachleute erfolgen. "Eine Erleichterung im Arbeitsablauf wäre sicherlich da, allerdings kommt das auch auf die Resonanz aus der Bevölkerung an", meint Frenkel.

"Ob es überhaupt angenommen wird und für die Obere Aller einen Effekt erzielt, wird man sehen."