Der kleinste Ortsteil der Gemeinde Sülzetal ist immer für eine Überraschung gut. Und bildlich gesprochen ist das, was die Stemmeraner sich als Ersatz für das Dorffest ausgedacht haben, der Gipfel: Die Ortschaft hat zum 1. Gipfeltreffen eingeladen und hat damit den Nerv der Bevölkerung getroffen.

Stemmern. Mit ihrem 1. Gipfeltreffen haben die Stemmeraner auch den Beweis angetreten, dass die höchste Erhebung in der Börde keineswegs eine Zuckerrübe ist. Denn dort, wo sich Männer, Frauen und Kinder des kleinen Dorfes zum Gipfeltreffen zusammenfanden, erhebt sich die Landschaft am Ortsrand von Stemmern immerhin 86 Meter hoch. Das besagt auch ein Schild, welches anlässlich des 1. Gipfeltreffens auf dem Blockshorenberg aufgestellt wurde. Auf besagtem Blockshorenberg haben sich die Stemmeraner schon des Öfteren versammelt, vor allem zum Osterfeuer. Darum wird der Hügel auch Osterfeuerberg genannt.

Und auf dem Blockshorenberg fanden sich die Gipfeltreffen-Besucher sogar auf historischem Grund und Boden wieder. Ganz in der Nähe gab es vor einigen Jahren steinzeitliche Funde.

Das 1. Stemmeraner Gipfeltreffen fand am vergangenen Sonnabend sozusagen als Ersatz für das jährliche Dorffest statt. Ganz ausfallen lassen wollte man es nicht, doch einen besonderen Anlass gab es in diesem Jahr in Stemmern nicht zu feiern. Auch ist es nicht ganz einfach, immer geeignete Räumlichkeiten für ein Fest zu finden. Warum also nicht Open-Air und auf dem Blockshorenberg? Der Ortschaftsrat und der Feuerwehr-Förderverein "Die Brandwächter" ließen so das 1. Stemmeraner Gipfeltreffen entstehen.

Dieses startete mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stemmeraner Kirche. Zu dieser Zeit hatte "Chefkoch" Ralf Schiller mit seinen Beiköchen und Helfern Siegfried Schopf, Lars Bohm und Bettina Schiller bereits 40 Kilogramm Fleisch, spendiert von Erich Wasserthal, zu einem leckeren wie würzigen Gulasch verarbeitet. Das ließen sich die ersten Gäste des Gipfeltreffens zum Mittag schmecken. Auch Gegrilltes konnte verspeist werden. Zuvor hatte Ortsbürgermeister Siegfried Schopf das Gipfeltreffen offiziell eröffnet. Die Hüpfburg war inzwischen auch aufgebaut worden und die ersten Kinder tobten sich darauf aus. Sie konnten auch ihre Gesichter schminken lassen. Ordentlich gestärkt, schritten Lars Bohm, Florian Graeffe und Stefan Röseler schließlich zur Tat und errichten auf Stemmerns höchstem Gipfel auch das passende Gipfelschild. Darauf können interessierte Besucher nachlesen, dass sie sich auf dem Bockshorenberg befinden und sich dieser 86 Meter über Normalnull in der Landschaft erhebt. Das Schild entstand übrigens aus Resten des Maibaumes, der eingekürzt werden musste.

Ein echter Gipfel braucht natürlich auch ein Gipfelbuch. Dieses wurde auf dem Blockshorenberg ausgelegt, und alle Besucher können sich dort nach erfolgreicher "Besteigung" eintragen.

Für den Nachmittag hatten fleißige Hausfrauen leckeren Kuchen gebacken, den sich die Gäste des Gipfeltreffens schmecken ließen.

Am Abend beendete eine Disko das besondere Fest der Stemmeraner.

Wer weiß, vielleicht wird ja aus dem 1. Gipfeltreffen sogar eine Tradition nicht nur für die Stemmeraner, sondern für das ganze Sülzetal.

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