Was hat die Oschersleber Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos mit dem früheren Gelände des Vereins für Alternative Lebengestaltung ( Alge ) in der Magdeburger Straße 35 vor ? Nach der Zwangsräumung der Alge im Oktober vergangenen Jahres und dem Abriss einiger Gebäude liegt das Gelände jetzt brach.

Oschersleben. " Wir behandeln das Grundstück in der Magdeburger Straße 35 wie jedes andere unserer Grundstücke auch. Es erfährt bei uns eine besondere Würdigung, da es im Stadtinneren liegt. Auf keinen Fall werden wir es zu Spekulationszwecken missbrauchen ", sagt Hans Walker, Geschäftsführer der Oschersleber Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos. Wie die Stadttochter das 1035 Quadratmeter große Areal vermarkten will, stehe noch nicht fest.

" Vielleicht entwickeln wir das Gelände mit dem Bau von Wohnungen selber, es ist ein guter Standort, da kann man etwas daraus machen ", verdeutlicht Walker, der nach den noch zu erfolgenden Planungen einen Umsetzungszeitraum von ein bis zwei Jahren nennt. " Es muss sich am Ende für uns rechnen ", sagt Walker. Deshalb sei es auch möglich, das Ex-Alge-Gelände zu verkaufen. Interessenten gebe es genügend, die Verhandlungen mit ihnen würden andauern. Wobei sich die Bewos nach den Worten ihres Geschäftsführers zeitlich nicht unter Druck setzen werde.

Ein Kaufinteressent ist der Trink- und Abwasserverband Börde Oschersleben ( TAV ), dessen Grund und Boden direkt an das Grundstück in der Magdeburger Straße grenzt. " Grundsätzlich ist der TAV daran interessiert, das Gelände zu kaufen ", sagte gestern Verbandsgeschäftsführerin Vinny Zielske auf Volksstimme-Nachfrage. Nach ihrer Darstellung sei es eine gute Sache, wenn der TAV das Gelände kaufe und im Sinne der Stadtentwicklung in Oschersleben bebaue. " Nicht mit Parkplätzen ", räumte sie mit einem Gerücht auf. Sondern mit Werkstätten für den Bereich Trinkwasser und Unterstellmöglichkeiten für den Fuhrpark. Zuvor müsse jedoch die alte Bausubstanz abgerissen werden. Sowohl der TAV als auch die Bewos haben an den Gebäuden Besitzansprüche. " Wir sind in Verhandlungen und würden das Gelände gerne in unserem Sinne entwickeln ", sagte Vinny Zielske.

Bewos-Chef Hans Walker kündigte an, die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft werde im Februar " um das Gelände einen ordentlichen Zaun ziehen ". Der Zaun aus Steckmetallelementen soll den jetzt stehenden Bauzaun ersetzen. Walker erhofft sich durch den neuen Zaun, den wilden Zugang zum Gelände " so gut wie möglich zu verhindern ".