Das Dorfgemeinschaftshaus in Remkersleben hat in den vergangenen Tagen sechs neue Fenster erhalten, die unter denkmalschutzrechtlichen Gesichtspunkten eingebaut wurden. Was die geplante Sanierung des Anbaus betrifft, soll in den Haushaltsberatungen des Stadtrates das Thema laut Ortsbürgermeister Horst Flügel wieder auf den Tisch kommen. In Remkersleben flammt damit ein Stück Hoffnung auf.

Remkersleben. Im Remkersleber Dorfgemeinschaftshaus pfeift durch die Parterre-Räumlichkeiten ab sofort kein Wind mehr. Bauleute haben hier in dieser Woche neue Fenster eingesetzt. "Wir haben kurzfristig Ende des vergangenen Jahres noch Mittel aus dem Haushalt 2010 in Höhe von rund 6500 Euro freigeben können, so dass diese kleine aber dringende Baumaßnahme nun erledigt werden konnte", erklärte Ortsbürgermeister Horst Flügel in dieser Woche auf Nachfrage. Die alten Holzfenster des Bürgerhauses waren nur einfach verglast und der Holzrahmen bereits marode.

Hoffnung gibt es inzwischen auch für die hier seit langem geplante Sanierung des Anbaus für das Dorfgemeinschaftshaus. Horst Flügel: "Das Thema ist noch nicht vom Tisch. Dazu muss sich der Stadtrat noch in den Haushaltsberatungen positionieren." Erst Ende vergangenen Jahres sollten für die Sanierung des Bürgerhausanbaus Fördermittel durch das Amt für Forst- und Flurerneuerung (ALFF) freigegeben werden, es fehlten der Gemeinde aber die Eigenmittel. Diese waren wegen der Haushaltssperre in Klein Wanzleben nicht freigegeben worden, woraufhin die lang ersehnte Förderung nicht abgerufen werden konnte.

Drei Jahre lang hatten die Remkersleber um den Baustart zur Sanierung ihres Bürgerhauses gekämpft. Und noch nie waren die Einwohner so kurz vor einem Durchbruch wie im vergangenen Jahr. Die Klein Wanzleber hätten nur noch die nötigen Eigenmittel für die Baumaßnahme in Höhe von 115 000 Euro nachweisen müssen. Das Geld stand im Klein Wanzleber Haushalt bereit. Doch durch die verhängte Haushaltssperre wurde nichts daraus. Die Gemeinde startete noch den Versuch, sich das Geld für die Eigenmittel aus den Rücklagen anderer Gemeinden borgen zu können.

Bürgermeisterin Petra Hort hatte im Oktober 2010 gegenüber der Volksstimme erklärt, dass Domersleben und Wanzleben grünes Licht für das Kreditvorhaben gegeben hätten. Da zu diesem Zeitpunkt aber auch die Einheitsgemeinde eine Haushaltssperre verhängt bekommen hatte, durften nach dem Haushaltsrecht keine Mittel freigeben werden, auch wenn es sich in diesem Fall um die Rücklagen der ehemaligen Gemeinden für Investitionen gehandelt hätte. Die Gesetze sprachen laut Hort gegen diese Variante.

Alle drei Bauabschnitte für die Sanierung des Anbaus sind mit Kosten in Höhe von insgesamt 300 000 Euro veranschlagt worden.

Nun ist die Hoffnung der Remkersleber groß, dass das Geld im Haushalt der Einheitsgemeinde für das Jahr 2011 eingestellt wird. Ob dann allerdings die Fördermittel des ALFF noch zur Verfügung stehen, ist unklar. Die Gemeinde hatte 2010 für die Sanierung des bereits stark renovierungsbedürftigen Bürgerhausanbaus auf eine Förderung in Höhe von 182 000 Euro gehofft.

Vom Verhandlungstisch ist auch das Thema "Bildung der Ortschaft Remkersleben" noch nicht. Diesbezüglich steht eine Beratung auf der Tagesordnung des Klein Wanzleber Ortschaftsrates am Montag, 17. Januar, um 19 Uhr im Sportlerheim. Ortsbürgermeister Horst Flügel sagte dazu: "Wir wollen das Thema weiter verfolgen und darüber diskutieren. Denn wir sind nach wie vor der Meinung, dass den Remkerslebern das Recht zusteht, eine eigene Ortschaft bilden zu können." Mit der Zwangseingemeindung Klein Wanzlebens in die Stadt Wanzleben – Börde hatte Remkersleben im Herbst vergangenen Jahres den Status einer Ortschaft verloren und damit seinen Ortschaftsrat auflösen müssen.