Ein Dutzend Jungen, leider kein Mädchen, kam am Sonnabend zum Schnupper-Box-Training in die Kroppen–stedter Turnhalle und hatte jede Menge Spaß. Geboxt und getobt wird hier künftig immer sonnabends von 10 bis 12 Uhr.

Kroppenstedt. "Ich bin erledigt", stöhnt der dreieinhalbjährige Jeremias und bestätigt, dass das Boxen vielleicht das Passende für ihn ist, wo der quirlige Steppke seine Energie einsetzen kann. Bewegung ist immer gut, damit die Kinder ausgelastet sind. Und außerdem lernen sie hier Teamgeist, sagen auch die Eltern und die Oma des fünfjährigen Niklas Neumann.

Sie waren ebenso wie andere Eltern mit ihren Kindern zum Schnupper-Box-Training gekommen, das die lizensierten Trainer Ramona Schulze und Sascha Jablonski erstmals am Sonnabend in der Turnhalle anboten. Sie sind mit der Resonanz zufrieden – es können auch noch mehr Kinder werden. "Wir lehren die Kinder Disziplin und Ausdauer. Dafür müssen sie gute Laune, Sportzeug und etwas zu Trinken mitbringen", freut sich Ramona Schulze schon auf die nächsten Sonnabende. "Als Mutter weiß ich, dass der Sonnabend von 10 bis 12 Uhr eine gute Trainingszeit ist. Da haben die Eltern Zeit zum Begleiten, die Mutti hat zu Hause freie Bahn und die Kinder kommen ausgepowert und hungrig nach Hause", schmunzelt sie.

Dass beim Training des olympischen Boxens, bei dem es um Technik und Fitness, nicht ums K.o.-Schlagen geht, Aggressionen und überschüssige Energie abgebaut werden, ist für die beobachtenden Eltern wie die Trainer wichtig. Und wie es sich mit dem neuen Angebot in Kroppenstedt anlässt, wird der Sportverein SC Germania 90 wohl bald eine Box-Abteilung haben. Stefanie Eckert vom Vereinsvorstand, die am Sonnabend ebenfalls zu den Beobachtern gehörte, ist jedenfalls recht angetan von dem, was die Trainer mit den Kindern machen.

Dazu gehört nicht nur das Einschlagen auf den Sandsack. Dazu gehört auch allgemeine Körperertüchtigung mit Rolle vorwärt – dabei haben die Kinder durchaus so ihre Schwierigkeiten! – und Hüpfen über die Bank, mit Koordinationsübungen mit Fäusten und Füßen, wobei ein Fußball hilft. Und natürlich gehört das gekonnte Abklatschen nach absolviertem Stationentraining ebenfalls zum Spaß an der vormittäglichen Stunde.

Sogar aus Magdeburg war eine Familie gekommen, Bekannte von Sascha Jablonski: Der zwölfjährige Sohn Eddy Lonzius trainiert zwar schon bei einem Verein in Magdeburg, wenn es sich aber gut anlässt und zeitlich so gut passt, macht er womöglich auch noch in Kroppenstedt mit. Er möchte, ebenso wie die anderen, jedenfalls gern wiederkommen. Eingeladen sind übrigens auch Mädchen – eben weil das Box-Training mehr auf allgemeine Fitness als aufs Schlagen zielt, so Ramona Schulze.

 

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