Langenweddingen (yhe). Volksstimme-Leser Henry Plümecke beteiligt sich mit einem Foto vom Langenweddinger Bahnhof an unserer Winterbild-Aktion. Er verbindet seine gelungene Aufnahme mit einem aktuellen Anlass. Dazu schrieb er der Redaktion:

"Die, die sich erinnern, sind nicht mehr viele…. Und den Ort, der sich erinnert, den wird es auch nicht mehr lange geben. Und dann beginnt nicht nur der Schnee und die Stille über den Bahnhof von Langenweddingen zu ziehen, sondern auch das Vergessen.

Es wäre ein Leichtes zu handeln und in unserer schnelllebigen Zeit einfach, ein Zeichen zu setzen. Denn dort, wo im Juli 1967 94 Menschen, zumeist Kinder den Tod fanden, hätte schon längst ein Gedenkstein stehen müssen! Und nun bietet sich eine letzte Möglichkeit, dort, wo es geschah, etwas zu tun, bevor es auch den Bahnhof dort nicht mehr geben wird.

Darum dieser Beitrag für die Winterfotos und mein Aufruf an die, die dort etwas bewegen können und in meinen Augen auch sollten: Lasst einfach ein Andreaskreuz am Straßenrand stehen, vielleicht findet sich noch ein Spender für eine kleine Tafel mit Stein, damit wird nicht alles so schnell vergessen, wie uns der Wandel der Zeit auferlegen will."

Anmerkung der Redaktion: Im Juli 2007 jährte sich das schreckliche Zugunglück am Bahnhof Langenweddingen zum 40. Mal. Aus diesem Anlass fand vor Ort eine kleine Feierstunde statt, an der auch damals betroffene Kinder teilnahmen. Und eigentlich ging man nach der Gedenkfeier auch mit dem Ziel auseinander, einen Gedenkstein an der Unfallstelle aufzustellen. Doch bis zum heutigen Tage wurde das Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt, sondern ist in Vergessenheit geraten.

Die Volksstimme sprach das Thema gestern bei Bürgermeister Erich Wasserthal an, der offen zugab, dass der Gedenkstein vergessen wurde. Zwar gab es vor längerer Zeit Gespräche mit einem Steinmetz, doch seitdem ist viel Wasser die Sülze hinab geflossen. Das Vorhaben, einen Gedenkstein aufzustellen, soll nun wieder in Gang gebracht werden. Vielleicht sollte als Ziel der Juli 2012 anvisiert werden, dann würde sich das traurige Ereignis zum 45. Mal jähren.

Zumal auch die Tage des Langenweddinger Bahnhofs an seinem derzeitigen Standort gezählt sind. Nach den Plänen der Nahverkehrsgesellschaft Sachen-Anhalts (NASA) wird der Bahnhof Langenweddingen im Rahmen des Schnittstellenprogramms verlagert, rückt näher in den Ort hinein.