Landkreis Börde (il). Der Krisenstab des Landkreises Börde hat gestern mit dem Erreichen der Elbe-Hochwasserwarnstufe 4 die Koordinierung der Schutzmaßnahmen übernommen. Ab heute ist zudem unter der Telefonnummer (0 39 04) 72 40 38 07 ein Bürgertelefon freigeschaltet. Die Nummer ist von 8 bis 20 Uhr erreichbar, teilte Sprecher Uwe Baumgart gestern mit.

Landrat Thomas Webel hatte den Krisenstab des Landkreises gestern bei der ersten Lagebesprechung auf die bevorstehenden Aufgaben eingestimmt: "Wir treffen alle Vorbereitungen, um bei einer sich verschärfenden Lage Menschen, Tiere und Sachwerte zu schützen". Bei der ersten Lagebesprechung dabei waren die Fachberater der Polizei, des Landesbetriebes für Hochwasserschutz, des Umweltamtes, der Kreisbrandmeister sowie die Bürgermeister der Gemeinde Elbe-Heide und der Stadt Wolmirstedt. Letztere haben in ihren Gemeinden Wachlokale eingerichtet, deren Personal die Deichanlagen auf mögliche Schwachstellen kontrollieren.

Christian Pluder vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz fasste die Lage an der Elbe mit wenigen Worten zusammen: "Der Wasserstand ist sehr hoch, aber es besteht im Augenblick keine akute Gefahr. Da der Hochwasserscheitel in den nächsten Tagen auf hohem Niveau verbleiben wird ist es wichtig, dass die Deichkontrollen regelmäßig durchgeführt werden."

In diesem Zusammenhang wies der Landkreis nochmals auf das absolute Verbot hin, Deiche der Elbe und der Ohre zu betreten oder gar zu befahren.

"Zwischen den kommunalen Verantwortungsträgern erfolgte die Abstimmung über vorhandene Sandsackreserven. Fest steht bereits, bei Bedarf kann die Kiesgrube in Farsleben zur Befüllung der Sandsäcke genutzt werden", so Uwe Baumgart.

Die Gemeinde Elbe-Heide und die Stadt Wolmirstedt haben bereits einige Straßen, die in eigener Zuständigkeit liegen, gesperrt. Aufgrund des zunehmenden Drängwassers wurde zudem die Kreisstraße zwischen Loitsche und Heinrichsberg gestern Nachmittag für den Durchgangsverkehr gesperrt.

"Den im Gefährdungsgebiet wohnenden Menschen wird empfohlen, ihr Eigentum zu sichern und notwendige Vorkehrungen zu treffen, die bei einer sich verschärfenden Lage ein schnelles Verlassen der eigenen Grundstücke ermöglichen", so Uwe Baumgart. Der Krisenstab trifft sich nun täglich zu Lagebesprechungen, um bei einer sich veränderten Gefahrenlage den Menschen schnell Hilfe zuteil werden zu lassen.