Den Rettungsdienst übernehmen ab dem 1. Februar die Malteser. Damit geht eine Ära zu Ende: Seit 1952 war das DRK dafür zuständig. Die Nachfolger bereiten sich mit neuen Fahrzeugen sowie neuer und erweiterter Wache auf die Aufgabe vor.

Oschersleben / Völpke. Wut und Ärger haben der Trauer Platz gemacht, der Trauer darüber, dass eine fast 60-jährige Ära zu Ende geht, stellt Uwe Reichel fest. Er arbeitet seit 30 Jahren beim DRK-Krankentransport und Rettungsdienst und erinnerte am Volksstimme-Telefon daran, dass das DRK 1952 im damaligen Kreis Oschersleben mit dem Krankentransport und Sanitätsdienst zu arbeiten begann. 1990 kam der Rettungsdienst mit den Wachen in Oschersleben und Völpke hinzu.

Nachdem der Landkreis im vorigen Jahr den Rettungsdienst ausgeschrieben hatte, erhielten die Malteser für den südwestlichen Bereich den Zuschlag. Ab dem 1. Februar werden sie für sechs Jahre von Oschersleben und Völpke aus zu Unfällen oder schwer Kranken eilen, wenn per Notruf 112 ärztliche Hilfe verlangt wird. Insofern ändert sich für die Bewohner des Bördekreises nichts.

"Aber es geht mit dem Wechsel Wissen verloren, vor allem über familiäre und soziale Hintergründe, was in Notfällen sehr hilfreich sein kann", meint Uwe Reichel, der beim DRK-Rettungsdienst nun in einem anderen Bereich eingesetzt wird.

Sechs der DRK-Mitarbeiter werden jedoch bei den Maltesern weiterhin ihren Dienst in ihrem vertrauten Bereich versehen, sagt Mario Großmann, Malteser-Rettungsdienstleiter Sachsen-Anhalt, der Volksstimme. Ebenso wie das DRK werden die Malteser etwa 30 Rettungsfachkräfte im Einsatz haben. Bewerbungen, auch von bisherigen DRK-Rettungsfachkräften sowie aus den eigenen Reihen habe es für die neue Aufgabe viele gegeben. Die Mannschaft "steht" und der Fahrzeugpark ist einsatzbereit.

Im Dezember übernahm die Hilfsorganisation, die zur katholischen Kirche gehört, sechs neue Fahrzeuge von der Firma Ambulanzmobile in Schönebeck. "Der gesamte Ablauf von der Beschaffung, über den Ausbau bis zur Auslieferung lief wie am Schnürchen", lobte Jan-Christoph Czichy, Rettungsdienstleiter für Nord- und Ostdeutschland bei den Maltesern, den Gesamtprozess bis zur Fahrzeugübergabe.

Erfahrene und vertraute Mitarbeiter

Die Fahrzeuge wurden akribisch geplant und auf den Punkt wie verabredet ausgeliefert, obwohl die Lieferfristen für Fahrgestell und Koffer aufgrund der Ausschreibungszeitfenster anspruchsvoll geplant waren, so Jan-Christoph Czichy. So können die Malteser ab Februar mit einer Mischung aus frischen und erfahrenen Kräften mit bester Ausrüstung zum Wohle der Bevölkerung an den Start gehen.

Hierzu wurden drei Rettungswagen ausgebaut, hinzu kommen ein nahezu baugleiches Mehrzweckfahrzeug, das zusätzlich über einen Tragestuhl verfügt sowie ein Krankentransportwagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug.

"In der Rettungswache in Völpke, wo wir dieselben Räume nutzen wie das DRK, werden zwei Fahrzeuge stationiert. Wir mieten weitere Räume dazu, eine beheizbare Garage Sozial- und Sanitärräume für unsere männlichen und weiblichen Mitarbeiter", kündigt Mario Großmann an. Der eine Rettungswagen werde im 24-Stunden-Dienst sein, der andere vorwiegend für Tagesfahrten und am Wochenende zur Verfügung stehen.

In Oschersleben bauten die Malteser in der Bruchstraße am Kardinal-Jaeger-Haus eine neue Rettungswache, in der auch der Notarzt mit seinem Fahrzeug, das ebenso wie die Rettungswagen eine kleine rollende Intensivstation ist, seinen Sitz hat. Die Notarzt-Präsenz im Börde-Krankenhaus in Neindorf, wie sie das DRK praktizierte, entfällt ab 1. Februar.