Der zum Teil gefährlich marode Fußweg im Diesterwegring ärgert die Anwohner. So manch Älterer, der nicht mehr so gut zu Fuß ist, traut sich nicht aus dem Haus und lässt sich lieber im Auto chauffieren. Die Stadt setzt eine Reparatur auf ihre Arbeitsliste.

Oschersleben. "Bei uns wohnen so viele alte Leute, die sich auch für kurze Wege lieber von ihren Kindern im Auto fahren lassen statt zu laufen, weil sie sich nicht auf den kaputten Fußweg trauen", beobachtet Hartmut Jakobs aus dem Diesterwegring. An den Gehwegplatten und in den Längsfugen bleiben Rollatoren hängen, die Furcht vor einem Stolpern und Stürzen sei groß.

Die Wohnungsgenossenschaft "Neues Leben" habe mal ein paar Meter instand gesetzt, allerdings seien die inzwischen schon wieder in schlechtem Zustand. "Da ist das Müllauto drüber gefahren, um dichter an die Müllbehälter heran zu kommen", berichtet Hartmut Jakobs.

Doch auch wenn die Gefahr besteht, dass durch das Befahren mit zu schweren Fahrzeugen erneut Schäden entstehen, sei eine Reparatur dringend notwendig. Der Bordstein sei auf etliche Meter zerbröselt, so dass die Gehwegplatten auf die Fahrbahn rutschen. Punktuell seien schon mal zerbrochene Platten ausgewechselt worden, aber durch die fehlenden Bordsteine lägen auch die neuen Platten, zumal sie eine andere Dicke haben als die alten, immer wieder wackelig und bilden Stolperkanten. Auf einer Länge von wenigstens 20 Metern sehe er erheblichen Handlungsbedarf, so Hartmut Jakobs.

Wie nötig eine Gehwegreparatur im Diesterwegring ist, war Bauamtsleiter Steffen Czerwienski nicht geläufig. Anhand des Fotos von Hartmut Jakobs war ihm jedoch sofort klar, dass die Tiefbauabteilung eine Reparatur auf ihre Aufgabenliste schreiben muss. "Allerdings haben wir jetzt mit dem Hoch- und Drängwasser zu tun. Und noch ist Winter", sagte er, um Verständnis bittend, dass der Reparaturtrupp nicht sofort anrücken wird.

Den Fußweg im oberen Bereich des Diesterwegringes habe die Stadt bereits mehrmals repariert. Eine grundhafte Sanierung in dem Bereich stehe jedoch vorerst nicht auf dem Programm, sagte der Bauamtsleiter.

Gründlich saniert werden dagegen die Gehwege in der Magdeburger Straße im Bereich des Einkaufsmarktes und gegenüber, zwischen Anderslebener und Friedhofstraße, da hier die Verkehrssicherheit für die Passanten nicht mehr gewährleistet sei. Die Ausschreibung erfolgte Ende vorigen Jahres, der Auftrag ist vergeben und der Baubetrieb sollte eigentlich auch noch im vorigen Jahr die Arbeit erledigen. "Doch dann kam der Winter früher als erwartet. Jetzt wartet der Betrieb auf Wetter, bei dem er die Erneuerung des Pflasters beginnen kann", kündigt Steffen Czerwienski an. Die Stadt könne diese Erneuerung des Gehwegbelages finanzieren, weil zum Jahresende dank günstigen Wirtschaftens noch Geld zur Verfügung stand.